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Judith_München

Erfahrungen Draußen-/Schulterratten

Empfohlene Beiträge

Judith_München

Hallo

 

Ich hab ja grad wieder Ratten von draußen eingefangen und zufällig auch vor Kurzem mal wieder ein paar unbelehrbare treffen müssen, die ihre Ratten grundsätzlich auf der Schulter rumschleppen und die Tiere kurz nehmen und anschauen können. Bei beiden fiel mir wieder etwas auf, was ich schon bei vielen Tieren erlebt habe und wo ich so allmälich ein "System" dahinter sehe... vielleicht können ja noch welche diese Erfahrung teilen?

 

Es geht hier also um Ratten, die:

- längere Zeit draußen frei gelaufen sind und wieder eingefangen werden konnten

- von ihren Besitzern über längere Zeit draußen herumgeschleppt wurden und diesem Schicksal entrissen werden konnten

 

Alle diese Ratten waren im Handling ausgesprochen schlapp und wirkten schon (fast) resigniert. Die Schulterratten konnte man einfach nehmen und sie hingen nur schlaff in der Hand und rührten sich kaum. Sie saßen still herum auf der Schulter oder harrten der Dinge aus, die da kamen, beim Heruntersetzen liefen sie nicht weg, sondern blickten höchstens umher. Die Besitzer beteuern konsequent, dass doch zu sehen ist, wie ruhig und entspannt diese Tiere sind und dass man ihnen doch keine Angst ansehen kann, sie laufen nicht weg und beißen nicht.

Die Ratten, die längere Zeit draußen lebten waren erstaunlich angepasst und haben sich tolle Tunnelsysteme gegraben, die Jungs jetzt sind sogar durch den Bach geschwommen. Alle waren mitten am Tag unterwegs, wirkten neugierig und entspannt auf den ersten Blick, keine hat gebissen, alle ließen sich ohne jedes Beißen einfangen und erst einmal in der Hand waren sie absolut ruhig und bewegten sich kaum.

 

Alle diese Ratten wurden von mir in eine Box gesetzt, in der sie fast schlagartig in einen fast komatösen Schlaf fielen, so dass ich bei manchen nachprüfen musste, ob sie nicht tot sind. Während meine Ratten auf der Schulter unruhig hin und herlaufen und runterspringen wollen und in der Transportbox lange Zeit nach einem Ausweg schnüffeln und ständig "unruhig" wirken (Ratten halt), sind diese Ratten fast phlegmatisch und sitzen in der Box still da und schlafen sofort ein. Und das für die nächsten 1-2 Tage, die nur von kleinen Futteraufnahmen unterbrochen werden. Wenn sie dann wieder fit sind, sind sie erst einmal richtig scheu und kaum mehr wieder zu erkennen und man muss sie nochmal (?) ganz neu zähmen und an den Menschen gewöhnen.

 

Das hab ich bei Ratten, die in Wohnungen frei unterwegs waren erlebt, aber eben bei diesen ganz besonders extrem. Bei Ratten, die mit ihrem Käfig draußen auf der Terasse oder im Unterstand standen übrigens auch...

 

Die Erfahrung mit den zwei Jungs nun, die ziemlich unkompliziert unter einem Baum herausgegraben werden konnten (wenn man sie hatte erstmal war die Gegenwehr zumindest unkompliziert ;) ), jetzt in einem ruhigen Käfig aber kaum mehr anfassbar sind, hat mich zu der Überzeugung kommen lassen: Diese armen Tiere mögen sehr ruhig und friedlich gewirkt haben, sahen gesund und gut angepasst aus und wirken erstaunlich zahm, aber das alles ist nur Resultat einer permanenten Reizüberflutung, der sie da draußen ausgesetzt sind. Vielleicht reagieren Farbratten auf diese Art und Weise darauf. Wohlfühlen können sie sich nicht, sonst würden sie nicht so ein extremes Schlafdefizit haben, das sie nachholen müssen, wenn sie endlich "Licht aus" haben und sich wenn sie die Wahl haben und sicherer fühlen, so viel anders verhalten. Das ist fatal, weil jeder Laie sieht, dass diese Tiere so ruhig sind und es als Zufriedenheit fehlinterpretiert.

Meine Ratten würden ihnen vergleichsweise unglücklich erscheinen, weil sie ständig am Umherhibbeln sind und besseres zu tun haben, als ständig auf meiner Schulter zu sitzen (manche mögen das, aber ich bin Weibchenhalter... naja ^^). Wenn sie sich nicht wehren sind sie glücklich.

Ich hatte aber vielfach das Gefühl, dass gerade die Schulterratten sich selbst aufgegeben haben und nur noch ein Schatten ihrer Selbst waren...

 

Teilt jemand solche Erfahrungen?

Was für Beobachtungen habt ihr mit Eingefangenen Tieren oder den "Draußen-Ratten" gemacht?

 

Vielleicht hilft sowas ja auch, die zu übverzeugen, die es immer doch nochmal ausprobieren wollen...

 

Die zwei Jungs noch am Einfangort:

17313179045_bebede0b92_z.jpg

 

Liebe Grüße

Judith

bearbeitet von Judith_München
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Tini83

Hi,

 

zu den eingefangenen Ratten kann ich jetzt nicht unbedingt so viel sagen, da ich sie nie sofort nach dem Einfangen bekommen habe. Meine Erste war der Wiederbeginn meiner Rattenhaltung und da habe ich auf so etwas nicht geachtet. Außerdem stand sie einen halben Tag in einer Transportbox im Tierheim, bevor ich sie abgeholt hab. Meine aktuellen Vermittlungsnasen waren erst bei Serena-t bzw. das Kastraten-Duo (im Käfig ausgesetzt) wurde von ihr auch aus dem TH abgeholt. Die Beiden waren definitiv sehr ängstlich und haben so ihre Zeit gebraucht, bis sie zutraulich wurden. "Schulterratten" sind oder werden die aber definitiv nie. Die kennen es jetzt schon monatelang auf der Schulter vom Auslauf in Käfig transportiert zu werden und ich habe jedesmal Angst, dass mir einer runter purzelt weil sie nicht still sitzen können.

 

Bei meinem Mädels-Quartett aus schlechter Haltung (waren auch erst im TH und dann bei Serena-t) hatte ich die Vermutung, dass zumindest die älteren Beiden Schulterratten gewesen sein könnten. Eine der beiden hatte anfangs panische Angst wenn sie auf der Schulter war. Die andere ist sofort auf die Schulter geklettert und hätte stundenlang in meinem Nacken legen können.

 

LG Tanja

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Vitamin_C

Huhu,

 

zu draußen frisch eingesammelten Ratten kann ich wenig sagen. Allerdings leben bei mir zwei Jungs, die aus einer Wohnungsräumung stammen und mit ihrer (Ratten-)Familie in einer Voliere draußen ums Überleben gekämpft haben. Wie die zwei sich direkt nach der Rettung verhalten haben kann ich leider nicht sagen, da sie erst im TH saßen und dann über Katrin an mich vermittelt wurden. Hier im Rudel fällt allerdings schon auf, dass sie etwas "anders" sind. Das fängt bei so Kleinigkeiten wie absolut 0,0% stubenrein zu sein an (die machen überall hin! sogar in die Näpfe -.-) und hört bei dem schwierigen Verhalten gegenüber anderen Böcken auf. Einen von ihnen musste ich direkt kastrieren lassen und der andere ist gerade so an der Grenze. Die Inti mit ihnen war die Hölle... 

 

Am Anfang haben sie sich auch ziemlich zurück gezogen und anfassen und festhalten ist bis heute noch nicht gern gesehen und wird mit Qietschen und Zappeln beantwortet. Vielleicht kennen sie es auch nur nicht anders...

 

LG Claudia

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Serena-t

Hallo,

 

ich kann hier nur von Alexis sprechen, einem Bock, der im Ende Dezember/Januar wochenlang draußen herumlief, dann in die Lebendfalle ging und noch in der Lebendfalle, also umgehend, bei mir landete.

Er war von Anfang an extrem ängstlich, panisch, hat beim Rausholen aus der Falle die Hand angesprungen und gebissen, und beim anfassen oder jeder unbekannten Sache (Aufenthalt außerhalb des Doms, Bekannteschaft mit anderen Ratten etc.) angefangen zu schreien und panisch um sich zu schlagen.

Seit 1.02.2015 ist er hier und nur in kleinen Schritten wird sein Verhalten besser, dass ich langsam daran denken kann, ihm andere Ratten vorzustellen ohne dass er schreiend und vor Panik um sich schlagend auf sie reagiert.

 

Wobei auf ihn

fast phlegmatisch und sitzen in der Box still da

schon von der Richtung her passt.

Seit er hier ist, drückt er sich selbst in seinem Dom immer in eine Ecke, läuft nicht weg, wenn man ihn nimmt, ist aber total angespannt vor Angst. In meiner Anwesenheit kenne ich ihn bisher fast nur so: Nicht zu vergleichen mit dem entspannten dasitzen, das man sonst von Ratten so kennt. (Das macht er vielleicht tagsüber, wenn ich nicht da bin?)

Mein Eindruck war da durchaus auch Reizüberflutung oder vor Angst/Stress nicht wissen was tun und darüber in Starre verfallen, sich lieber gar nicht bewegen. Nachts dann Stressabbau durch Gitternagen.

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Drotning

Hallo,

 

ich hatte zwei Jungs, die von der Polizei irgendwo in Bahnhofsnähe aufgegriffen wurden und die beide absolute Kuschelratten waren. Eigentlich auch nicht phlegmatisch oder so. Außerdem hatte Lakara mal einen Bub, ich glaube es war Jason, der mit lila gefärbtem Fell draußen aufgegriffen wurde und daher vermutlich auch Schulterratte, vielleicht eines Punks oder so, gewesen ist. Auch er war eine totale Schmusebacke.

 

Ich kann von diesen wenigen Erfahrungen her daher nicht bestätigen, was Judith beschreibt. Aber es kann ja auch einfach darauf ankommen, wie derjenige das Tier insgesamt behandelt hat. Ich will damit natürlich nicht sagen, dass meiner Meinung nach Schulterratten schmusiger sind als andere. Hab ich selber hier auch nicht so erlebt. Aber die mir bekannten Beispiele waren zumindest nicht gestresster etc.. als andere Ratten, die von klein auf in einem Rudel gelebt haben.

 

Grüße

Steffi

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