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isasophie

Spendenaufrufe = "Betteln"?

Empfohlene Beiträge

isasophie

Hallo

 

Anhand eines Großnotfalls kürzlich in Deutschland habe ich Aussagen von einigen Rattenhaltern mitbekommen, die sozusagen besagten, die Spendenaufrufe wären ein "Betteln". Besser gesagt: es wurde als daneben empfunden, dass Menschen sich eines Großnotfalls annehmen, dann aber andere Rattenhalter um Spenden für "ihren" Notfall bitten.

 

Meine persönliche Meinung dazu schreibe ich euch auch gerne:

Dass das so gesehen werden könnte, darüber habe ich niemals nachgedacht und mich persönlich hat es etwas schockiert, dass es offenbar partiell so gesehen wird.

Ich persönlich habe das nämlich niemals so empfunden, sondern mich im Gegenteil immer gefreut, wenn sich Menschen dieser Ratten annehmen und sich kümmern - und das auch gerne unterstützt. Und dass bei einem Großnotfall größere Summen für Medikamente, Tierarzt, Futterversorgung etc. benötigt werden, halte ich auch für normal. Diejenigen, die sich eines Großnotfalls annehmen, haben diesen ja auch nicht verursacht. Und Spenden sind auch immer freiwillig und niemand ist dazu verpflichtet.

Bei unserem Notfall seinerzeit hier haben einige Rattenhalter gerne gespendet, weil sie die Aktivität als unterstützenswert empfanden.

 

Mich würde mal interessieren, wie die User hier im Forum das so sehen. Wird es als Betteln um Geld empfunden, wenn Spendenaufrufe laufen? Habt ihr das Gefühl, dass andere Halter zur Kasse gebeten werden sollen, nur weil irgendjemand persönlich meint, sich eines Großnotfalls annehmen zu müssen? Fühlt ihr euch in irgendeiner Weise belästigt durch solche Aufrufe?

 

Die Meinungen dazu können ja durchaus unterschiedlich sein. Mich interessiert hier einfach, wie die große Masse der Rattenhalter das sieht.

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addios

Danke,Dagmar.

Ich hab schon auf diese Gelegenheit gewartet,mal meine Gefühle auszudrücken, die bei diesen Aufrufen hochkommen.

1. Nein,ich fühle mich nicht belästigt,sondern traurig,dass ich ausser Spenden oft nicht viel mehr tun kann.

 

2.Dies ist kein Betteln,sondern ein Hilfeschrei für Tiere in Not.In solchen akuten Fällen bin ich immer gern bereit, mit Euro´s zu helfen!! Ich möchte halt nur wissen,ob alles in die richtigen Hände kommt und den armen Wesen ein weiteres

Leid erspart bleibt.

 

3.Mein Respekt gilt den Menschen,die sich solcher Fälle selbstlos annehmen und auch den Mut haben,um Hilfe zu bitten.

 

Immer wieder gern bin ich dabei.Ich möchte nur nicht ausgenutzt und veräppelt werden.

 

Mir wär es auch lieber,solche Notfälle im Vorfeld zu verhindern,aber das ist Utopie,ich weiß.

 

LG

Claudia-Addios

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sammysmum

Hallo,

 

also ich empfinde das bestimmt nicht als betteln, weiß aber glaube ich, auf wen/was du dich beziehst! :mad:

Ich sehe es so, dass ich volle Bewunderung für Leute haben, die sich eines Notfalls annehmen und versuchen, den Tieren zu helfen. Sie machen das ja nicht, um Geld damit zu verdienen oder sich zu profilieren, sondern um das Leid der Tiere zu mildern.

Viele Halter haben eben nicht die Möglichkeit, selbst Pflegetiere aufzunehmen, obwohl sie es gerne möchten; warum sollten die nicht etwas Geld und/oder Futter spenden, damit die Last auf mehrere Schulter verteilt wird. Es wird ja keiner gezwungen zu spenden. Die meisten Spender möchten ja auch gar nicht, dass ihre Spende an die große Glocke gehängt wird, ihnen geht es auch vor allem um den guten Zweck!

 

Ich kann mir auch vorstellen, dass die Frage/Bitte um Spenden oft nicht leicht fällt. Noch ein Grund, das nicht zu verurteilen oder als Betteln abzutun!!

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Zimtzicke

Hallo,

ich finde Spendenaufrufe an und für sich nicht unbedingt als Betteln.

Manchmal lese ich aber Sätze (so nette 2 zeiler, einfach hingeklatscht), das finde ich dann schon gebettelt, bzw. einfach dreist.

 

Bei einem Großnotfall nach Käfigen, Futter, etc. pp. zu fragen finde ich aber weder unverschämt, noch schlimm. Sondern notwendig. Woher soll sonst das viele notwendige Material kommen? Zugeflogen wird es ja nicht einfach kommen.

 

Darf denn gepostet werden, was der Anlass zur Frage ist?

 

LG

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isasophie

Huhu

 

@Zimtzicke:

Den Anlass hatte ich schon geschrieben: ich habe dazu einige Äußerungen von einigen Rattenhaltern mitbekommen (Namen dürften wohl eher nicht von Interesse sein). Das ist alles!

Und da hat es mich einfach interessiert, wie das so allgemein gesehen wird. Denn es hätte ja sein können, dass viele/die meisten das so sehen und sich nicht trauen, was zu sagen.

Es ist also eine grundsätzliche Frage, weil ich mir darüber Gedanken gemacht habe - und sonst gar nichts.

 

Ein Großnotfall in der eigenen Region kann ja jeden jederzeit treffen. Und die Entscheidung, ob man sich dieser Tiere annimmt/ annehmen kann, hängt auch mit davon ab, ob man das bewältigen kann. Alleine kann man das aber gerade finanziell niemals bewältigen, wenn es um ein paar Hundert Tiere geht, die eventuell auch nicht gerade im besten Zustand sind. Deshalb kommt man nicht umhin, auch nach schnödem Mammon zu fragen. Meiner Erfahrung nach sind es vor allem die Tierarztkosten, die recht derbe zuschlagen.

 

Unser Notfall damals in Stuttgart hatte bisschen was über 700 Euro alleine an Tierarztkosten verursacht - und die trägt kein Veterinäramt leider (wir hatten angefragt). Unser kleines Tierheim, welches so freundlich war und alle Tiere übergangsweise aufgenommen hat, hätte die auch nicht tragen können.

Letztendlich war ich sehr froh darüber, dass die Spenden die Tierarztkosten (Wundbehandlungen, Parasitenbekämpfung) gedeckt haben und an mir nur die Fahrtkosten (zweimal quer durch Deutschland) und an uns gemeinsam nur die Frischfutterkosten hängengeblieben sind (Trockenfutter bekamen wir alles gespendet). Denn das war schon deftig genug und hat auch mich etliche Hunderte Euro ärmer gemacht.

 

Könnte ja aber auch sein, dass die anderen Rattenhalter sich zwar moralisch irgendwie zum Spenden verpflichtet fühlen, aber es eigentlich lästig finden und nicht korrekt. Dann müsste man umdenken.

 

Den bisherigen Beiträgen entnehme ich aber, dass es doch einige gibt, die das nicht als negativ empfinden, wenn um Spenden gebeten wird. Und das beruhigt mich gerade ungemein - denn wer weiß, was die Zukunft noch bringt, da steckt man ja nie drin.

 

Claudia hatte geschrieben:

Ich möchte nur nicht ausgenutzt und veräppelt werden.
Hm, ich denke, jeder seriöse Notfallvermittler bzw. Betreuer eines solchen Notfalls wird auf Anfragen die Rechnungen und Spendeneingänge belegen können und das auch gerne tun. Zumindest sollte das meines Erachtens so sein.

Und über die Backgrounds der Notfälle etc. wird ja in der Regel auch berichtet.

 

Bei hingeklatschten Zweizeilern, aus denen gar nicht ersichtlich wird, worum es eigentlich geht - und auch dann, wenn keine Ämter hinzugezogen wurden - würde ich persönlich nicht spenden.

Aber wer wirklich einen Großnotfall betreut, wird in der Regel auch darüber ordentlich berichten - denn dass man ansonsten keine/wenig Spenden bekommt, ist ja absehbar.

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Judith_München

Huhu

 

Ich bin zwar nur eine kleine Masse Rattenhalter, aber ein bissl was bringen die breiten Hüften schon mit :D

 

Ich weiß nicht genau, welchen Fall du meinst, kanns mir aber in Ansätzen denken. Grad gestern hatte ich aber auch ein Telefonat mit nem Tierheim, wo es auch drum ging, wir dürfen da vorort nicht "betteln". Empfand den Tonfall auch etwas unangebracht.

 

In meinem "Weltbild" gibt es eine klare Grenze zwischen "Betteln" und "Spenden sammeln". Der Unterschied ist der Zweck.

Betteln wird landläufig schon sehr negativ gesehen. Klar, wenn man sieht, wer das macht. Wenn man an "Betteln" denkt, fällt einem entweder das quengelnde Kind vor den Spielzeugen ein, oder der "Haste mal ne Maak"-Mann mit Pappbecher, der sich mit seinem Pappbecher und simulierter Krankheit vor dem Supermarkt positioniert hat. Extreme, aber die fallen einem eben ein bei sowas. Und natürlich sind beide negativ besetzt, weil man weiß doch in 99%, dass jede Geschichte, die man da hört, eh erlogen ist und das Geld woanders hinläuft. Die vielen Fahrkartenzuschüsse, um die man am Frankfurter Bahnhof angebettelt wird, landen am Ende doch in der Finanzierung des eigenen Drogenkonsums, die Mark, die man unbedingt brauchte, weil man sooo hunger hatte und sich eine Semmel kaufen will, dient dazu, sich mal wieder volltanken zu können, der Euro für die kranke Mutter im Ausland bekommt der Leiter der Drückerkolonne und das Kind, das sein Spielzeug kriegt, wirft es nach ein paar Minuten gelangweilt wieder weg und will was anderes.

Betteln ist negativ besetzt, weil es ein Grund-egoistischer Akt ist, der nur auf die eigene Bereicherung abzielt und sämtliche Werte wie Ehrlichkeit, Nächstenliebe und Weiterentwicklung, ein höheres Ziel, das in irgendeiner Weise der Gesellschaft, Umwelt etc. hilft, vermissen läst. Betteln zielt darauf ab, dass ICH etwas bekomme, damit es MIR besser geht, und nur das ist wichtig. Im besten Falle setze ich es ein, damit ich vorankomme und irgendwann nicht mehr betteln muss. Um aus meiner selbstverschuldeten oder unverschuldeten Misere herauszukommen. In jedem Fall erreiche ich etwas für mich selber, das ich vorher nicht hatte und mir nicht leisten konnte.

 

Spenden erweitern die Möglichkeiten, die ich schon habe. Die Möglichkeiten, MEHR zu tun, für etwas anderes. Spenden sind zweckgebunden, irgendwo ist in irgendeiner Weise festgehalten, was damit zu passieren hat und im Zweifelsfall habe ich darüber Auskunft zu geben, wohin es geflossen ist. Es wurde mündlich vereinbart, wofür ich es ausgeben kann (was einem mündl. Vertrag gleichkommt), oder es wird allgemein an den Verein gespendet, was immer auch eine Zweckbindung ist, da der Verein bei seinen Ausgaben an seine Satzung gebunden ist. So kann man sich auch hier als Spender sicher sein, in welchem Rahmen es ausgegeben werden kann. Im Zweifel kann man sogar ganz einem Zweck binden, womit man schon rechtlich gezwungen wäre, sich daran zu halten.

Geld Spenden dient nicht der eigenen Bereicherung sondern einem anderen Ziel, aus dem ich selber keinen Profit schlagen kann. Spenden dienen einem höheren Ziel und sind daher auch gesellschaftlich und politisch angesehen, nicht umsonst kann man die bei großen Vereinen ja auch von der Steuer absetzen ;)

 

Die Frage ist ja, wofür ich die Spenden haben will und wie ich darum frage. Ich denke, in Notfallvermittlungs-Kreisen sollte niemand Spenden annehmen, ohne eine konkrete, möglichst genaue Auflistung zu haben, für welche Zwecke dieses Geld verwendet werden soll. Je genauer vorher ausgemacht wird, wofür das Geld eingesetzt wird, desto besser ist das. Und je genauer man selber darüber Buchführt und darauf achtet, wohin das Geld, desto vertrauenswürdiger wird man auch für die, die spenden. Die wenigsten hier sind in e.V.s aktiv, so dass wir uns zumindest nicht ständig vor Steuer oder ähnlichem verantworten müssen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir von uns aus Kontrollmöglichkeiten anbieten, um zu sehen, was aus dem Geld wird.

Natürlich kann man bei einem Großnotfall sagen, dass man egal wieviel gespendet wird, immer noch draufzahlen wird. Aber das hilft im Einzelfall nicht, wir müssen dankbar für jeden Cent sein und den Leuten zeigen, dass es genauso angelegt wird, wie es gewünscht wird. Dann ist die Chance auch größer, dass nochmal etwas gespendet wird, beim nächsten Großnotfall.

 

So. Großnotfall...

Vorneweg, weil ich sowas schon öfter gehört habe, man solle diese doch den Ämtern überlassen und den "zuständigen Tierheimen". Das ist Blödsinn. Tierheime sind in den allermeisten Fällen nicht zuständig. Sie können die Tiere nehmen, müssen aber nicht. In erster Linie sind sie für Fundtiere zuständig, aber wenn ein Amt oder eine Privatperson anklopft und sagt, "nehmt doch mal bitte diese 100 Ratten", können sie auch Nein sagen. Haben wir auch oft genug erlebt.

Und Ämter kann man auch nur im begrenzten Maße zu etwas "zwingen". Hier kommt es meist auf die Persönlichkeit des zuständigen Amts-Vet an. Manche schicken geräumte Tiere gleich zum Vergasen oder Verfüttern. Schon so manche geräumte Ratte hat nie ein Tierheim oder ähnliches gesehen, von den meisten Räumungen kriegen wir nichts oder wenig mit, weil die Tiere halt einfach verschwinden. In der nächsten Reptilienstation, o.ä. Andere Varianten fallen schon aus Kostengründen manchmal aus. Und wenn man da um Unterstützung bittet, wird es am zuständigen Bearbeiter vom Amt liegen, wieviel man erwarten kann (und mal ganz ehrlich, wer sind wir, dass wir Privatleute einem Amtstierarzt vorschreiben können, was er zu tun hat?). Aber sicher nie eine komplette Finanzierung. Die bekommt auch ein Tierheim nicht, warum also eine Privatperson? Hier scheinen manchmal komische Vorstellungen zu kursieren. Auch ein Tierheim bezahlt so einen notfall von Spendengeldern.

Warum also nicht wir?

 

Wer als Privatperson so einen Notfall "annimmt", muss immer auch ein Netzwerk haben, wo er sich sicher sein kann, dass es einen großen Teil des Ganzen Abfangen kann. Pflegestellen, Helfer, Gleichgesinnte in Deutschland verteilt, die man um Hilfe bitten kann. Außerdem muss man schon ein gewisses Repertoire besitzen, wie man in solchen Fällen Kosten drücken kann, über Vorratshaltung, Rabatte, Tierärzte, die schonmal ein Auge zudrücken...

Natürlich darf man das nur tun, wenn man einen gewissen finanziellen Puffer hat, einfach weil man auch viel vorstrecken können muss, bis vielleicht mal Spenden eintrudeln. Die Erstversorgung wird ja immer teuer sein und kommt auch immer sehr plötzlich. Also, eine Notfallkasse sollte schon da sein, sonst wäre eine "Annahme" eines Notfalls fahrlässig und die Ratten kämen nur vom Regen in die Traufe.

 

Spendenaufrufe für einen Großnotfall (oder insgesamt einen Notfall, der die finanziellen Grenzen einer Person oder Gruppierung) übersteigt, sind absolut in Ordnung. Keine Institution wird es schaffen, ohne Hinzuziehen von Spendengeldern einen Großnotfall über 100 Tieren zu finanzieren. Und so auch nicht wir Privatmenschen. Von demher ist es nur verständlich und natürlich, dass man um Unterstützung ersucht.

Ein Betteln ist es nicht. Es muss eben oben genannte Kriterien eindeutig erfüllen:

- Das Geld muss für den vorher vereinbarten Zweck verwendet werden, hierüber ist auch ein Nachweis zu erbringen, zur Not mit Rechnungen, Quittungen etc.

- Das Geld muss für einen Zweck verwendet werden, der nicht der Person selber oder seinen eigenen Ratten zugute kommt.

- Das Geld muss für ein höheres Ziel eingesetzt werden, das in irgendeiner Weise "Vorwärts bringt", also etwas positiv verändert.

- Das Geld darf nicht über Lügen und andere Falschaussagen oder falsche Versprechungen, unrealistische Beabsichtigungen erlangt werden.

Hierbei ist klar, dass gewisse Punkte auch subjektiv sind. Wir sind aber erwachsen und jeder kann selber entscheiden, ob er für etwas spendet oder nicht, und wenn ja, für welchen Zweck. Zu kritisieren gibt es da nichts, solange der Bittsteller mit offenen Karten spielt und ehrlich ist, kann man für jeden Zweck um Spenden bitten. Wenn man Pech hat, kriegt man halt nichts.

 

Das Problem mancher Kritiker ist einfach, dass diese "ehrenhaften Ziele", die wir verfolgen - also, das Retten von einer bestimmten Gruppe Ratten und das Eindämmen von mehr nachkommendem Tierleid - von diesen so nicht geteilt wird. Die haben eben andere Ziele und Vorstellungen, grenzen die in ihren Augen "schützenswerten" Tiere anders ein und verfolgen teils eigene Ziele, die sich mit denen jenes Notfalles wiedersprechen.

Das sollte aber kein Thema sein, weil ja niemand zum Spenden gezwungen wird und dann brauchen sie das nicht tun.

 

Wir wissen ja, dass es manche gibt, die da aber besonderen Ehrgeiz entwickeln und sehr aktiv gegen jegliche Form der Aktivitäten pro Notfallratte vorgehen. Denen sei gesagt, dass es natürlich jedem offen steht, berechtigte Kritikpunkte sachlich anzubringen, so dass sich jeder der über eine Spende nachdenkt ein eigenes umfassenderes Bild machen kann, aber alles seine Grenzen hat. Ein ehrenamtliches Engagement ist ein schützenswertes Gut und das auch vor dem Gesetz. Wer das und den guten Ruf des Aktiven durch Lügen und Hetzcampagnen beeinträchtigt und schädigt, macht sich strafbar und wird wenig Freude daran haben, sollte sich einer seiner permanent belästigten "Opfer" einmal wehren.

 

Was Spendensammlungen für Großnotfälle also angeht: Berechtigt und in Ordnung, da nötig, aber schwierig zu organisieren und gut zu überlegen.

Mit Betteln zur eigenen Bereicherung hat das nichts zu tun. Wer das behauptet, sollte sowas mal selber machen und durchrechnen, wieviel da am Ende wirklich rauskommt...

 

Ich persönlich mag Spenden am besten nur zweckgebunden. Machts für alle beteiligten leichter.

 

Liebe Grüße

Judith

 

Edit sagt: Wenn Sachen doppelt und dreifach genannt wurden, ich hab das über 3 Stunden verteilt auf der Arbeit geschrieben, als ich den angefangen hab, warn noch keine Beiträge da :D

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addios

:] Whow, wär ich so begabt im Schreiben und Denken, mein Beiträg hätte ähnlich ausgesehen.Danke,Judith.

 

Mit offenen Karten spielen ist mir sehr wichtig,so war auch der Satz mit dem Veräppelt werden gemeint.

 

Das Foto einer Ratte(Ivy)und auch der Rest der Geschichte hat mich zum Nachdenken gebracht und meine Bereitschaft für Notfelle zu spenden, geweckt.

 

Ich wusste nichts von dem Rattenelend in dieser Welt,sorry.Seit 8 Monaten les ich hier und bin immer noch entsetzt und betroffen,was die Notfallhelfer alles auf sich nehmen und zu sehen bekommen.Hier muss auf viele Schultern verteilt werden,sonst geht nix.

 

LG

Claudia-Addios

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Lakes

Hallo,

 

es kommt bei mir immer wirklich sehr drauf an. Muenchen damals, Klagenfurt und Schleswig neulich, Aachen letztes Jahr, Bremen vor einigen Jahren... um nur einige zu nennen sind fuer mich alles Notfaelle gewesen die absolut unterstuetzungswuerdig waren.

Ein bisschen zu zweifeln fange ich dann an, wenn ein Spendenaufruf fuer 5 Tiere kommt. Da frage ich mich dann wirklich, was diese 5 Tiere haben, dass dort Spenden (andere als das zur Verfuegungstellen von Kaefigen) notwendig sind. Da denke ich wirklich, dass Hilfe vor Ort doch wirklich meist ausreichend ist. Wenn ich sehe wie die Leute bei sowas schnell zusammenhalten und machen tun, denke ich, dass man 5 Tiere schnell versorgt bekommt.

Wenn man ueber 100 und mehr Tiere redet, sieht das anders aus. Transporte, Futter, Pflegestellen, Kaefige, Medikamente und jede Menge wird meistens gebraucht und dann soll da auch die Unterstuetzung kommen.

Zusaetzlich finde ich es aber auch wichtig, wie das ganze Ablaeuft. Ist da offiziell wer mit involviert? Vetamt, Tierschutz, etc. oder macht das eine Privatperson alleine? Bei einer Privatperson alleine sehe ich immer das Problem, dass dem Ursprung kein Ende gesetzt wird.

Der Fall, wie er grade in Hannover ablaeuft, sehe ich auch nicht als unterstuetzungswuerdig. Wenn Tiere freigekauft werden, ist da kein Lerneffekt und die Handlungsunfaehigkeit wird auch noch unterstuetzt (jetzt ist wohl auch das VetAmt mit involviert, aber zunaechst sollte es wohl anders ablaufen).

Aber als Betteln sehe ich das nicht an und wenn ich kann, nehme ich gerne Tiere aus solchen Grossnotfaellen auf um sie dann hier weiter zu vermitteln oder lasse andere Unterstuetzung den Pflegestellen, Tierheim zukommen.

 

LG

Lakes

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LaKara

Hallo,

 

den Beitrag von Lakes kann ich für mich so unterschreiben. Ist ganz genau auch meine Meinung.

 

Steffi

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Judith_München

Hallo

 

Nachdem ich in der letzten Zeit doch ein paar Notfälle hatte, die finanziell auch bei wenigen Ratten wirklich bitter waren - die 7 aus Ingolstadt haben doppelt so viel Geld verschlungen durch Tierarztkosten, Transporte etc., wie zB die 60 aus Rosenheim - hab ich mittlerweile für mich selber aufgehört, einen "Großnotfall" nur noch an der Anzahl der Tiere fest zu machen. Wenn ich nun denke, die 14 Ratten, die ich hier aufgenommen hab, nachdem sie mitten im Winter an nem Feiertag Nachts ausgesetzt worden waren, bei so wenig Ratten geht man normal nicht davon aus, dass die in nur 4 Monaten so hohe Kosten verursachen:

- 3x Alizin

- 2x Kotuntersuchung

- 13x Ektoparasitenbehandlung

- 13x Endoparasitenbehandlung

- 6x Euthanasie

- 2x Kastration

- 13x AB-Behandlung 1, 4x AB-Behandlung 2, 3x AB-Behandlung 3, 2x AB-Behandlung 4 (je teilweise mit Cortison, teils reichlich Bricanyl, Theophyllin, teils auch gespritzt mit Materialkosten)

- 1x Beinbruchbehandlung

- 2x Schiefkopfbehandlung

- ca. 40-50 Untersuchungen

- Ernährung mit viel Päppelessen mit einer zusätzlichen Babyaufzucht

- Material, Transporte...

Kann bitter werden.

 

Glaub aber weniger, dass es hier nur um Spendenfragen in Foren geht, sondern eher allgemein.

Ich denk aber dass es normal ist, dass man erst im näheren Umfeld um Spenden nachfragt. Aber ich kann da so aus der Erfahrung hier sagen, die Leute sind auch nicht unendlich belastbar. Wer da aktiv ist, ist meistens selber mit Ratten schon voll und steckt sein Geld da rein (was ja auch super ist) und die anderen zahlen schon nach ihren Möglichkeiten bei kleineren Notfällen dazu. Und das öfter einfach so, ohne dass es öffentlich bekannt wird. Wenn dann mal ein größerer Notfall ist und öffentlich um Spenden gebeten wird, dann heißt das ja nicht, dass sonst nichts kam, aber man kann sein Umfeld auch nicht unendlich "schröpfen" ;)

 

Ich hab zB für meine Würfe hier nun ein bissl Rattima gespendet bekommen =) Das is toll, das brauchts auch grad am meisten.

 

LG

Judith

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Laybi

@Lakes:

Sorry, aber ich kann die Meinung nicht wirklich verstehen. Über den Fall in Hannover ist bis jetzt wenig veröffentlich wurden. Und das aus gutem Grund. Und solange dies nicht passiert ist, finde ich es unfair, über Dinge zu urteilen. Es hat seinen Grund, warum noch nichts öffentlich gepostet wird. Und ja, ich kenne die Hintergründe.

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Judith_München

Hi

 

@Laybi

Jeder, der Google ein paar Minuten benutzen kann, kann selber rausfinden, was da dahintersteckt. Da werden Makrolonboxen verkauft und wer mag kriegt noch ein "paar" Tiere dazu. Und es wurde eine Anzahlung getätigt. Da ist es doch wurscht, was sonst noch läuft, in dem Moment, wo die so nem Typen Geld geben, haben sie jedes Recht auf Unterstützung verloren. Zumindest von Seite derer, die Tierschutz ernsthaft betreiben.

Wenn da andre Sachen laufen, die vernünftiger sind, dann ist das schön und ich denke die meisten glauben auch, dass da einiges passiert. Aber wozu veröffentlicht man dann nur die Sachen, die wirklich unter aller Kanone sind? Wenn der Notfall nicht öffentlich gemacht werden soll, dann veröffentlicht man das gar nirgends und gar nichts. Erst recht nichts, was einen Notfall von vornherein disqualifiziert.

Das Einzige, was wir nun lesen dürfen ist, dass man einen Tierquäler mit Geld und allem unterstützt wos grad geht und echt, wenn da nicht irgendein Konzept nachgereicht wird, wie dem Typen doch noch ein Tierhaltungsverbot aufgedrückt werden kann und wie man das Geld von ihm schleunigst wieder zurückbekommt bis auf den letzten Cent, haben die hier Tierquälerei unterstützt und brauchen sich über keinerlei Kritik wundern.

 

Aber das ist nun also der Beitrag, inwiefern man auch Tierquäler mit Spenden unterstützen kann, ja?

 

Vll. kann man das wegen Off-Topic abtrennen.

 

Sehr verärgerte Grüße

Judith

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HinundWeg

Ich sehe das auch so, dass Spendenaufrufe immer ein bisschen komisch wirken. Mir wäre das sehr peinlich hier um Hilfe zu bitten. Ich würde auch nichts spenden, da man nie weiss wie seriös das ist. Für mich klingt es immer mehr so als wollten einige User hier sich als Mutter Theresa darstellen. Da hört man über 100 Ecken, dass es irgendwo Tieren schlecht geht, ob das stimmt interessiert aber nicht. Aber hauptsache man kann Spenden sammeln. Ich frage mich nur warum diese Leute dann nie Spenden für Tierheimratten sammeln. Ein Tierheim ist wenigstens seriös und da weiss man wo das Geld hin kommt.

 

Freunde von mir hatten vor 2-3 Jahren mal Volieren für unser Tierheim gekauft, da dort die Ratten in Hamsterkäfigen sassen. Aber für sowas interessiert sich niemand.

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isasophie

Huhu

 

Da hört man über 100 Ecken, dass es irgendwo Tieren schlecht geht, ob das stimmt interessiert aber nicht. Aber hauptsache man kann Spenden sammeln. Ich frage mich nur warum diese Leute dann nie Spenden für Tierheimratten sammeln.

 

HinundWeg, mir ging es hier ganz konkret um Großnotfälle - und damit um Spendensammlungen, die ganz konkrete akute Großnotfälle betreffen.

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Judith_München

Hallo

Da hört man über 100 Ecken, dass es irgendwo Tieren schlecht geht, ob das stimmt interessiert aber nicht. Aber hauptsache man kann Spenden sammeln. Ich frage mich nur warum diese Leute dann nie Spenden für Tierheimratten sammeln. Ein Tierheim ist wenigstens seriös und da weiss man wo das Geld hin kommt.

Kannst du das nochmal erklären? Ich versteh bei deinem kompletten Post ehrlich gesagt überhaupt nicht, was du damit meinst... ?

 

Und was hat das mit privatem Engagement für ein Tierheim zu tun, wer sagt, dass das nicht schon passiert?

 

Versteh ich grad nicht...

LG

Judith

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HinundWeg

@isasophie:

Und wo ist für dich der Unterschied ob in 10 Tierheimen jeweils 10 Ratten in zu kleinen Käfigen in kalten Zimmern sitzen oder ob bei einer Privatperson 100 Ratten in kleinen Käfigen in kalten Zimmern sitzen?

 

@

Judith_München:

 

Die Leute die hier Spenden sammeln tun dies ja meistens nicht für ihre eigenen Tiere. Sondern es geht dann um die Tiere einer anderen Person. Namen werden aber nie genannt. Themen wo jemand Spenden für ein Tierheim sucht sehe ich jedenfalls kaum.

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isasophie

Hallo HinundWeg

 

Öhm, es geht um akute Wohnungsräumungen etc. - das heißt Situationen, in denen viele Tiere kurzfristig rausgeholt werden müssen und unterkommen müssen.

 

Irgendwie habe ich wirklich Probleme, deinen Gedankengängen zu folgen. Ich glaube, du redest irgendwie von was ganz anderem.

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HinundWeg

Für Wohnungsräumunen ist das Veterinäramt zuständig. Dies verteilt die Tiere auf umliegende Tierheime oder Vereine. Das ist natürlich schön, wenn man dann spendet, aber was spricht dagegen dann direkt ans Tierheim zu spenden anstatt an eine fremde Person anonym im Internet?

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Lakes

Hallo,

 

@Hinundweg: Tierheime sind haeufig staedtische Institutionen oder private Vereine (mit staedtischer UNterstuetzung) und koennen ganz einfach mit Spenden bedacht werden. Die Kontonummern dazu stehen meist auf den Homepages oder sind erfragbar, kein Problem.

 

Aber TH nehmen die Grossnotfaelle in den seltensten Faellen auf oder nehmen sie nur auf, da ihnen UNterstuetzung und viel Hilfe von Privatpersonen zugesichert wird. Und was du schreibst zeigt, dass du dich noch nie mit einem der wirklichen Grossnotfaelle beschaeftigt hast. Bei vielen der Grossnotfaelle (Muenchen, Aachen, Klagenfurt) wurden die Spenden naemlich auch an das TH geschickt und es wurde fuer das TH gesucht. Soviel zum Thema serioesitaet. Meistens ist es auch kein Problem dort vorbei zu fahren und bei den Pflegestellen, Tierheimen etc., die Spenden selber abzugeben.

 

@Laybi: Wenn keiner was ueber Hannover wissen soll, dann sollte man den Leuten ein Schreibverbot erteilen. Es gibt mindestens 5 Foren (Rattenforen, Hundeforum, Kaninchenforum, Tierforum) wo man Details dazu nachlesen kann und die 240€ Anzahlung sauge ich mir sicher nicht aus den Fingern. Und sobald Geld mit im Spiel ist, ist der Lerneffekt gleich Null. Und ja, da geht es um das Leben von 300 Tieren oder mehr, aber was fuer einen Sinn hat es, dass man die nun rettet, wenn dafuer dann 500 nachkommen, weil sich das ja lohnt mit den Tierschuetzern Geschaefte zu machen?

Denn so eine Aussagen

leider gibt er die tiere so nciht raus und wir haben keine lust auf ärger, deswegen auch keine anzeige....
geht einfach garnicht. Dann kann man da einfach nichts machen und muss ihn in der Misere alleine lassen. Bis er es einsieht. Dann ist das mit Lerneffekt, dann mit Aemtern rein und man kann hoffen, dass er sowas nicht mehr macht, aber so ist es nichts anderes als ein Zooladenfreikauf.

Edith: grade wenn der Verursacher 1500€ haben will.

 

LG

Lakes

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Judith_München

Hi

 

Wenn die Ratten im Tierheim sitzen, kann man ans Tierheim spenden, jo. Wenn man Glück hat, nehmen die das Geld dann auch für die Ratten ;) ( hab ich auch schon anders gesehen) Aber irgendeine Kontaktperson braucht man immer, dass überhaupt bekannt ist, was gebraucht wird und was nicht.

Wenn die Ratten aber in privaten Pflegestellen sitzen, macht es keinen Sinn, an ein Tierheim zu spenden. Naja, für das Tierheim natürlich schon, aber nicht für diese Ratten. Tierheime brauchen natürlich immer Geld, aber hier gehts ja nun drum, was ist, wenn eine Wohnungsräumung passiert.

Wenn man private Pflegestellen für unseriös hält, dann ist das natürlich erlaubt und niemand zwingt zum spenden. Das ist ok, nichts sollte so freiwillig passieren, wie finanzielle Unterstützung, Geld abschwatzen find ich auch furchtbar.

 

Es gibt aber Dinge, die man da dann bedenken und mit einbeziehen kann:

- Private Pflegestellen brauchen Geld, genauso wie Tierheime, um den Ratten zu helfen. Eine Spende ist also immer hilfreich.

- Wie offen ist die Pflegestelle? Wieviel informiert sie über das, was bei ihr läuft, wie konkret benennt sie Dinge, für die Geld gebraucht ist, was bietet sie für Kontrollmöglichkeiten an für mich, dass ich sicher gehen kann, dass das Geld auch da ankommt? (man kann ja Kassenbelege einfordern, Rechnungen einsehen oder sowas)

- Wenn ich mir unsicher bin, gibt es eine Möglichkeit, auf materialspenden auszuweichen? Wenn ein Sack Rattenfutter gespendet wird, kann man davon ausgehen, dass er auch nur Ratten zugute kommt.

- Ziehe ich es vor, nur Notfälle in meiner Umgebung zu fördern? Dann hat man die Möglichkeit, Spenden selber vorbei zu bringen, vielleicht sogar beim Ausgeben des Geldes dabei zu sein, mir die Situation vorort selber anzuschauen und die Problematik schildern zu lassen. Vielleicht engagiere ich mich ja selber als Pflegestelle oder helfe bei Transporten, dann hab ich das Geld für die Unterstützung des Notfalls selber ausgeben und einsetzen können (man kann auch Arbeitszeit spenden ;) ).

- Kann ich das Geld genau da hinschicken, wo es dann auch verwendet wird? Mittelsmänner machen alles chaotisch, wenn einer die zentrale Koordination eines Notfalls übernimmt, macht es sowas klar unübersichtlicher. Da kann man auch Kontakt zu einer Pflegestelle selber herstellen lassen und dem direkt etwas geben.

- Ist die Pflegestelle in einem Verein organisiert, die die Verteilung der Gelder reglementiert?

 

In jedem Fall habe ich solche von dir beschriebenen Notfälle noch nie erlebt, wo irgendjemand für einen Fall sammelt, wo die Situation der Ratten eigentlich "nicht interessiert". In allen Fällen, die ich erlebt habe, gab es immer Kontaktpersonen, die bei der Situation im Tierheim oder als Pflegestelle etc. selber vorort sind und das Rattenelend mit anschauen. Und denen es eben nicht egal ist, sonst würden sie es ja nicht tun. Das ist irgendwie absurd und es ist seltsam, sowas als Argument zu lesen. Hier im Forum sind im Jahr vielleicht 2-3 Anfragen wegen Spenden. Und zumindest seit ich hier bin hats da noch nie was gegeben, wie du es beschreibst. In allen anderen Foren wo ich bin auch nicht.

Klar, wenn da irgendjemand anonym Spenden für irgendeinen Fall sammeln würd, der ihn gar nicht angeht... jo. Aber das tut doch keiner. Bisher gabs noch immer Ansprechpartner vom Notfall vorort selber.

 

Und deine Vorstellungen von Wohnungsräumungen kann ich so leider auch nicht teilen. Klar passiert das manches mal so, wenn das Amt grad gut drauf ist und die Tierheime Platz und Lust auf die Tiere haben. Aber das ist oft genug nicht so. Und wir dürfen auch nicht die Fälle vergessen, wo gar keine Beschlagnahmung von Amts wegen passiert, sondern eine einvernehmliche Abgabe der Tiere, die mit Auflagen verbunden ist. Auch sowas gibts.

Und vergessen wir nicht die ausgesetzten Tiere, die ausgeuferten Zooladenschwangerschaften, da kann auch schnell Großnotfall-Niveau erreicht werden, wo das Amt nicht wirklich dran interessiert sein wird. Großnotfälle müssen ja nicht nur durch Wohnungsräumungen kommen.

 

@Lakes

Ah, ich glaub, so sehr einer Meinung waren wir selten ;)

 

Bis dann

Judith

(die jetzt übrigens auch wieder ins TH fährt, da bei der Vermittlung hilft, paar Kleinigkeiten zum Knabbern mitnimmt und Zeit "opfert/spendet", um da zu helfen - so von wegen für ein TH wird ja eh nicht gespendet... wozu das aber an die große Glocke hängen? beim ordenrlichen Notfallvermittler gehört das auch dazu, dass man Kontakt mit den THs hält...)

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isasophie

Hallo Lakes

 

deinem Posting kann ich in allen Punkten nur zustimmen.

 

Vor allem dies hier halte ich für wichtig:

Aber vbglossarlink.gif TH nehmen die Grossnotfaelle in den seltensten Faellen auf oder nehmen sie nur auf, da ihnen UNterstuetzung und viel Hilfe von Privatpersonen zugesichert wird. Und was du schreibst zeigt, dass du dich noch nie mit einem der wirklichen Grossnotfaelle beschaeftigt hast. Bei vielen der Grossnotfaelle (Muenchen, Aachen, Klagenfurt) wurden die Spenden naemlich auch an das vbglossarlink.gif TH geschickt und es wurde fuer das vbglossarlink.gif TH gesucht. Soviel zum Thema serioesitaet. Meistens ist es auch kein Problem dort vorbei zu fahren und bei den Pflegestellen, Tierheimen etc., die Spenden selber abzugeben.
Partiell scheint nämlich immer noch die Vorstellung zu bestehen, das örtliche Tierheim MÜSSTE einen Großnotfall aus einer Wohnungsräumung aufnehmen. Und genau dem ist nicht so. Recht oft müssen diejenigen, die helfen wollen, Tierheime abtelefonieren und schauen, ob sie eines finden, welches bereit dazu ist, den Tieren Unterkunft zu gewähren.

Was die Veterinäramter angeht: denen ist es auch oft lieber, wenn die Tiere nicht euthanasiert werden müssen. Aber dazu sind sie auf Hilfe angewiesen. Welche Kosten und Unterstützung das jeweilige Veterinäramt gibt, ist auch von Fall zu Fall verschieden. In den meisten Fällen beschränken sich die Tätigkeiten des Amtes jedoch darauf, eine Akte zu führen (was wichtig ist in Hinsicht auf Wiederholungstäter und angezielte Tierhaltungsverbote) und einen Amts-Tierarzt für die Räumung und Erstversorgung mitzuschicken.

 

Deine Ansichten bezüglich der Futtertierzuchtauflösung in Hannover teile ich vollkommen. Denn was lernt derjenige daraus? Höchstens, dass es lohnenswert ist, Tiere im Übermaß zu produzieren. Denn wenn er sie nicht vekauft bekommt, kommen ja die Tierschützer und bezahlen ihn.

Die 240 Euro waren als Anzahlung benannt - woraus ich zudem schließe, dass da noch mehr Gelder fließen sollen.

Leider stand auch nirgends, ob das Veterinäramt eingeschaltet wurde. Und das ist in meinen Augen in jedem Fall bei jeder größeren Wohnungsräumung notwendig und sinnvoll. Einen Großnotfall ohne Einschaltung des zuständigen Veterinäramtes empfinde ich persönlich als unseriös.

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Rowennah

Hallo HinundWeg,

 

zu diesem Satz von Dir:

Für Wohnungsräumunen ist das Veterinäramt zuständig. Dies verteilt die Tiere auf umliegende Tierheime oder Vereine.

möchte ich kurz etwas zitieren, was Judith_München auf der ersten Seite geschrieben hat:

Vorneweg, weil ich sowas schon öfter gehört habe, man solle diese doch den Ämtern überlassen und den "zuständigen Tierheimen". Das ist Blödsinn. Tierheime sind in den allermeisten Fällen nicht zuständig. Sie können die Tiere nehmen, müssen aber nicht. In erster Linie sind sie für Fundtiere zuständig, aber wenn ein Amt oder eine Privatperson anklopft und sagt, "nehmt doch mal bitte diese 100 Ratten", können sie auch Nein sagen. Haben wir auch oft genug erlebt.

Und Ämter kann man auch nur im begrenzten Maße zu etwas "zwingen". Hier kommt es meist auf die Persönlichkeit des zuständigen Amts-Vet an. Manche schicken geräumte Tiere gleich zum Vergasen oder Verfüttern.

Wenn sich bei Großnotfällen und Wohnungsräumungen keine Privatpersonen dahinterklemmen, sondern man das den 'zuständigen Behörden' überlässt, dann kann man davon ausgehen, dass dieser 'Überschuss' an Tieren eben auch oft schlichtweg 'beseitigt' und da nichts gerettet wird. Für welches Vet-Amt spielen Ratten als beschützenswerte Lebewesen schon eine große Rolle? Da geht es eher um die Eindämmung einer Plage als um die Rettung einzelner Individuen.

Zudem haben auch Tierheime wenig Lust, hunderte Euro für Tiere auszugeben, die schlecht vermittelt werden (Böcke wird man unkastriert ja kaum los -> massenhaft Kastrationskosten, um die Tiere überhaupt 'an den Mann' bringen zu können) und selbst nur einen Bruchteil der Behandlungskosten durch die Schutzgebühr wieder einbringen. Ratten aus Großnotfällen, insb. mit hohem Kranken-Anteil, sind auch für Tierheime ein riesiges Minus. Da sind die natürlich nicht scharf drauf und sie müssen sie nicht nehmen. Hier dann dem TH zu spenden ist nett und ehrenwert, aber weiß man, ob dieses Geld dann wirklich bei den Ratten ankommt oder nicht bei irgendwelchen Hunden und Katzen - die sicher auch bedürftig sind, um die es dem Rattenliebhaber und Für-Ratten-Spender nicht geht?

Ein Notfall liegt immer am Besten in den Händen von Menschen, die sich mit der Tierart und ihren Bedürfnissen auskennen. Für ein TH sind Ratten nur ein Klientel von hunderten, bei einem Rattenliebhaber und -notfallvermittler sind oft mehr Wissen und mehr Bereitschaft zur Pflege dieser Tiere vorhanden, wenngleich auch nicht zwangsläufig Kapazitäten und Finanzen, darum ja die Bitte um Spenden. ;)

Rattennotfälle funktionieren nicht ohne zumindest die Mithilfe privater 'Mütter Theresa'.

 

Es gibt auch unter Notfallvermittlern 'schwarze Schafe' - Leute, mit deren Vorgehen und Einstellungen ich nicht konform gehe, die mir unseriös wirken oder vielleicht schonmal negativ aufgefallen sind. Klar gibt es die. Wenn ich Angst davor habe, dass mein Geld dann nicht den Ratten zu Gute kommt oder deren Einstellung/Haltung nicht befürworte, muss ich denen ja nichts geben.

 

Leute, die solche Tiere aufnehmen, müssen nicht um Spenden bitten, wenn es ihnen 'peinlich' ist - ist möchte aber gern sehen, wie Otto-Normal-Verbraucher es schafft, hunderte womöglich kranke Tiere aus eigener Tasche zu finanzieren und zu versorgen.

Natürlich könnte man argumentieren: Wenn jemand auf Spenden anderer Rattenhalter angewiesen ist, sollte er solche Notfälle nicht aufnehmen. Aber wo kämen wir da hin? Das wäre genau die Scheuklappen-Einstellung "Nicht mein Problem!", gegen die von engagierten Menschen immer wieder gekämpft wird. Wir Rattenhalter haben im Laufe der Zeit ein (meist) gut funktionierendes Notfallsystem aufgebaut, um alle gemeinsam (alle, die können und wollen) solche Notfälle halbwegs auffangen zu können.

 

Wobei ich nachvollziehen kann, dass man skeptisch wird, wenn ein (vllt. sogar unbekannter) User schreibt, die Tochter der Freundin meiner Tante väterlicherseits braucht Spenden für 1000 Notfallratten... auch wenn die eigentlichen Initiatoren oftmals keine Zeit haben, stundenlang am PC zu sitzen und alle Kosten aufzudröseln, sollten die Verwinkelungen schon nicht zu weit gehen, sonst wird es unübersichtlich. Dem stimme ich zu, sehe aber trotzdem auch das nicht als 'Betteln' an.

 

Geschichten, bei denen Ratten von ihrem Peiniger 'freigekauft' werden, lassen mir die Augenbrauen zusammenkräuseln. Ohne Aufklärung als haarsträubendes Gerücht oder vernünftigen Grund, der mich da wirklich überzeugt, spende ich hier nichts. Das wäre wie ein Zooladenkauf: Rettung einzelner Individuen, aber dem Quäler noch Geld in den Rachen geworfen und das Fass ohne Boden nicht dichtgemacht.

 

 

LG

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HinundWeg

@Lakes:

Sorry aber Tierheime sind verpflichtet Tiere aufzunehmen, wenn der Amtsveterinär diese beschlagnahmt. So einfach wird in Deutschland kein gesundes Tier eingeschläfert. Wir hatten hier in den letzten Jahren selber 2x den Fall, dass sich Meerschweinchen bei einer alten Dame unkontrolliert vermehrt haben und die Tiere beschlagnahmt wurden nachdem es rund 250-300 Tiere geworden sind. Die Tiere wurden alle auf Tierheime verteilt. Eins dieser Tierheime bat eine örtliche Meerschweinnothilfe um Hilfe bei der ich selber Mitglied bin. Auch wir hatten damals ein paar Tiere aufgenommen, aber eben nur so viele wie finanziell möglich waren.

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isasophie
Sorry aber Tierheime sind verpflichtet Tiere aufzunehmen, wenn der Amtsveterinär diese beschlagnahmt.
Das ist falsch: das sind sie eben nicht!

 

Du verwechselst da was: Tierheime sind verpflichtet, FUNDTIERE aufzunehmen. Alles andere nicht.

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Judith_München

Hi

 

@Hinundweg

Nach deiner Logik hätte aber keines dieser Tierheime die Meerschweinchen aufnehmen dürfen, weil keines da zusagen darf, wenn es die Kosten nicht alleine tragen kann. Da hat ja das Tierheim Mist gebaut, dass es soviele genommen hat, dass es euch welche abgeben musste. Nach deiner Logik hätte besser keines helfen sollen. Übrigens sind die Kosten bei einem wie bei hundert Tieren NIE ganz absehbar, wenn es ganz blöd kommt bringst du dir mit einem einzigen Tier ne Krankheit mit rein, die dich dazu bringt, das ganze Tierheim durchbehandeln und desinfizieren zu lassen und evtl noch Menschen befällt, die dann auch noch Medizin brauchen... so dass im Endeffekt kein Mensch ein Tier aufnehmen sollte, weil jedes Tier die Gefahr birgt, ein kleiner Goldklumpen zu werden, der die eigenen Möglichkeiten übersteigt.

Dass es bei euch da finanziell gereicht hat, ist Glückssache. Wobei ich mich frage, ob ihr euch gar nicht mit Spenden finanziert?

 

Ansonsten ist das mit den Tierheimen einfach Unsinn. Wer erzählt dir sowas? Wenn bei einem Tierheim im Vertrag stehen würde, dass sie alle vom Vet-Amt beschlagnahmten Tiere aufnehmen muss, dann hätte das eine "zuständige" ALLE Tiere aufnehmen müssen - also alle 250. Warum haben sie es nicht getan? Genau, weil sie NEIN gesagt haben.

Und ich war bei genug Aktionen dabei, wo Tiere auf verschiedene Tierheime verteilt wurden. Das ist nichts anderes als Betteln (es gibt da Hilfsmöglichkeiten über den dt. Tierschutzbund) bei jedem einzelnen Tierheim, dass sie doch etwas Mitleid haben sollen und ein paar Tiere abnehmen. Und manchmal sagen sie da ja.

Bei unsrem riesen-Notfall damals war ich mit dabei, als wir etwa 60 Ratten auf andere Tierheime ausgelagert haben, die sich nach langelangen Diskussionen dazu bereiterklärt haben. Die waren auch nicht verpflichtet, die waren sogar in anderen Bundesländern und der einzige Grund, warum wir Tiere nach Baden-Württemberg vermitteln konnten war, weil die einverstanden waren und die in Hessen oder sonstwo halt nichts wollten. Als ich Anfang des Jahres 14 Ratten von der Polizeistation abholte, die ausgesetzt waren und mit Aktenzeichen und Kontaktdaten der Polizei bewaffnet im Tierheim vorort (zuständig?) angerufen hab, haben die einfach gesagt: Ne, Ratten nehmen wir nicht. Fragen Sie doch mal in andren Tierheimen nach. Das nächste Tierheim sagte dann, es hätte keinen Platz, aber weil wir uns gut verstehen, könnten sie max. 2 unterstellen. Und das nächste sagte gleich, dass es Tiere aus der Gegend überhaupt nicht nehmen.

Wo ist da also die Verpflichtung?

Bei ner anderen Räumung mit Meeris und Ratten, wo wir mit Amts-Vet vorort waren und die Tiere eingepackt haben, hat das Tierheim gleich gesagt, nach den Meerschweinchen ist Schluss, mehr Platz haben sie nicht. Und die Meeris werden auch schon verteilt, weils allein nicht geht. Also haben wir auch alles an Tierheimen und Pflegestellen abtelefoniert, und haben da dann alle Ratten und ein paar Meeris über Bayern verteilt untergebracht. Dass die da aufgenommen worden sind, war reine Freundlichkeit und Tierliebe, eine Verpflichtung hat es da an keinem Punkt gegeben.

 

Dass gesunde Tiere eingeschläfert werden hat ja keiner gesagt. In vielen Fällen werden sie dann doch verfüttert. Macht man im Allgemeinen auch nur mit gesunden Tieren. Oder man jagt halt den Kammerjäger zur Vergasung drüber, wenn man alle "wertvolleren" Tiere rausgeholt hat. ^^

 

Das Leben ist nicht immer so schön...

Judith

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