Hallo
Ratten brauchen aber artgerechte Käfige, auch, wenn sie sonst einen Raum haben, sie brauchen einen Rückzugsort, ihr sicheres Zuhause.
Auf Grund der Charakterzüge von Ratten kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sie für eine Therapie mit nervösen oder sehr unruhigen/lauten Kindern geeignet wären, zumindest würde ich persönlich meine Tiere dafür nicht dauerhaft nutzen und für diesen Zweck auch keine Ratten vermitteln. Auch werden nicht alle Tiere der Gruppe dauerhaft geeignet sein zur Therapie, also sollten in dem Raum dann auch keine Kinder herumlaufen, wenn z. B. kranke Tiere dabei sind. Es wäre ein ganzer zusätzlicher Raum für Integrationen nötig, es wäre ein Ort für Quarantäne nötig und für kranke Tiere, die ggf. getrennt werden müssen. Außerdem sind Ratten außerordentlich teuer und pflegeaufwendig, das kann doch niemand privat zahlen, der nur mit den Tieren arbeitet? Oder würde die Praxis die Gebühren tragen? Ein ganzer Raum, da hat man auch enorm viel zu putzen, das dauert sicher einen ganzen Tag, soll das alles von den MItarbeitern zusätzlich in der Freizeit geleistet werden?
Ich finde die Idee nicht ausreichend durchdacht, vor allem, wenn es von Menschen gemacht wird, die vorher noch nie Ratten hatten, die Tiere dadurch nicht ausreichend einschätzen und beurteilen können und auch kein entsprechendes Vorwissen bzgl. Aufwand, Kosten und Pflege haben. Jemand mit Erfahrung kann durchaus einschätzen, welche seiner Tiere er diesem Stress aussetzen kann und einige Ratten vertragen das auch ganz gut, aber von meinen 15 die grade hier sind, würde ich grade mal 2 als geeignet ansehen. Zahm und zutraulich sind hier beinahe alle, aber ich denke nur 2 würden es vom Kopf her können, sind nicht zu alt/krank/sonstiges. Man müsste also wirklich auch schon ein richtig großes Rudel haben. Und wie Lakes schon sagte, sie werden nicht sehr alt und die Gruppe müsste ständig erweitert werden. Integrationen bei Ratten die frei in Räumen wohnen sind aber eine ziemlich große Hausnummer im Gegensatz zu den - ja auch schon nicht immer einfachen - normalen Integrationen (die auch immer mind. 2 Wochen dauern, in denen die Ratten genug gestresst sind und nicht noch den ganzen Tag Kinder um sich herum brauchen + 2 Wochen nach dem Zusammenzug bis sich die Gruppe etwas gefestigt hat wäre auch Pause gut). Auch hat man bei größeren Gruppen, die ein ganzes Zimmer haben, manchmal Grüppchenbildung und müsste auch darauf dann achten, damit sich keine Kleinkriege bilden.
Weiteres Problem ist, dass die Ratten tagsüber eher schlafen und dabei auch nicht immer geweckt werden wollen. Wie lange und zu welchen Zeiten soll also mit ihnen gearbeitet werden? Ein bisschen kann man sie schon umgewöhnen, aber nicht grundsätzlich ihren Tagesrhytmus umkehren.
Ich halte die Idee für nicht ausreichend durchdacht und denke Pferde und Hunde sind weiterhin geeigneter.
VG