Hoi zäme,
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Nennt sich dann z.B eine ganz graue Ratte auch Agouti? Hatte mal so einen, den Lenny.
Es kommt darauf an, was du als Grau bezeichnest
Ein Bild kann da schon helfen - aber hier geht es nicht um Farben, also dann lieber in einem anderen Thema.
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Farbratten unterscheiden sich von Wildratten eigentlich nur in wenigen Punkten.
Rein von der Wahrscheinlichkeit, sollten sie sich genetisch schon erheblich unterscheiden - vllt nicht in aktiven Genen, da hilft ja auch im Labor eine gewisse natürliche Selektion, aber in den nichtkodierenden Teilen sicher.
Die Farbratten haben ja einen Flaschenhals hinter sich, es wurden ja nicht von allen wilden Populationen Tiere genommen, um möglichst viel Variabilität ins Labor und die Heimtierhaltung zu bekommen.
Eine Population Wanderratten ist sicher auch nicht sonderlich divers, aber alle Populationen zusammen sollten schon einen enorm diversen Genpool aufweisen, von dem die Farbratten nur kleinere Stücke selbst haben - plus zusätzliche durch Mutationen im Laufe der Domestikation, die zufällig fixiert wurden.
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Ein signifikant höheres Alter erreichen soweit ich weiß nur Rennmäuse, die können wohl bis zu 4 Jahre alt werden.
Da die Renner angesprochen wurden, hier scheint es tatsächlich der Fall zu sein, dass Wildfänge deutlich älter werden.
Früher wurden Renner an die 7 Jahre, heute wurde die Lebenserwartung durch die "Zucht" auf 3-4 im Durchschnitt reduziert - was enorm schade ist.
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Die Frage, warum eine Ratte eine begrenzte Lebensdauer hat, ist letztlich natürlich philosphisch.
Nunja, es gibt da auch biologische Theorien, die etwas mit Trade-Offs zu tun haben.
Man hat nur eine begrenzte Menge Resourcen, die kann man in die körpereigene Regeneration stecken oder in die Vermehrung.
Deshalb werden die Tiere auch in K-Strategen und r-Strategen unterteilt. Ratten sind typische r-Strategen, sie setzen auf hohe Reproduktion.
Elefanten wäre K-Strategen, die langsam wachsen, lange bis zur Fortpflanzung brauchen und wenig Nachwuchs produzieren, um den sie sich aber intensiver und vor allem sehr lang kümmern - aber eben auch lang leben.
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Es wird angenommen, dass deshalb die Zellen ein absichtliches Teilungs-Limit aufweisen und dann schließlich einfach absterben.
Hm, das Teilungslimit kenne ich nur in Zusammenhang mit den Telomeren - den Enden der Chromosomen, bei denen bei jeder Teilung ein Teil nicht verdoppelt wird.
Nur in Stammzellen gibt es eine Telomerase, die die Enden neu aufbaut - da es eh viel unnütze DNA ist, spielt es keine Rolle, was sie da kopiert, die unnütze Junk-DNA soll einfach als Puffer dienen, damit nicht gleich wichtige Gene nicht verdoppelt werden.
Die Reparatursysteme in Zellen sind eigentlich unabhängig von der Anzahl Teilungen, solang nicht gerade dort eine nicht reparierte Mutation entstand.
Warum die im Alter schlechter arbeiten, ist wohl dann doch ein grosses Rätsel. Es sei denn, wir sind einfach auf Dauer zu vielen krebsauslösenen Stoffen und Strahlungen ausgesetzt, sodass sich die Mutationen akkumulieren konnten, weil die Reparatursystem schon immer nicht hinterher kamen.
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Finde es schade dass uns dann quasi "Mist" erzählt wird, und wir dann in ein paar Jahren neuen Lehrlingen den selben "Mist" erzählen.
Das ist nicht nur schade, das ist eine Schande, dass Unwissen so weiter verbreitet wird.
Denn gerade das Argument, dass Wanderratten gesünder sind und länger leben, nutzen "Züchter", die wilde Ratten einfangen, um bewusst HaWis zu erzeugen und unter den Mann zu bringen. Das ist Tierquälerei - für die gefangenen Wilden und die produzierten HaWis.
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Wie ist das denn dann mit den Nackrackten, den Rex oder den Sphinxratten die du erwähnst? Leben die dann weniger lang weil sie eben wirklich Qualzuchten sind?
Nackt und Sphinx sollte das Gleiche sein 
Die haben ja kein Fell, weshalb sich der Stoffwechsel beschleunigt, um die Körpertemperatur halten zu können. Möglich ist eine reduzierte Lebenserwartung deshalb schon - aber ich vermute, am Ende werden sie bei der variablen Lebenserwartung der Ratten irgendwo noch reinpassen. Da braucht es enorme Stichproben, um den Unterschied signifikant erfassen zu können.
Genauso wie Rex-Ratten, denen die Haare in die Augen wachsen und Entzündungen verursachen können.
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zum Beispiel frisst ein Wolf ausschließlich Fleisch
Bringt man euch das auch so bei ?
Das ist falsch. Wölfe nehmen auch Beeren zu sich, problemlos. Sie fressen auch den Mageninhalt ihrer Beutetiere.
Deshalb kann und sollte man Hunde 70:30 Barfen - 70 % Fleisch und Rohfleischknochen, 30% pflanzliche Nahrung, vor allem Gemüse und Obst, in der Regel püriert, damit die Tiere die Nährstoffe auch aufnehmen können.
Ob Wölfe Getreide im Hundefutter (das enorm verändert wurde durch Erhitzen, damit es Hunde überhaupt verwerten können) verdauen können ? Ich würde das nicht ausschliessen. Aber es ist absolut unnötig, da nur billiger Füllstoff.