Zitat
vor 12 Stunden schrieb RickundMorty: Also ich denke da gibt es schon Schlimmeres als seinem Hamster mal die echte Natur zu zeigen.
Grundsätzlich ist an dem Gedanken erstmal nichts auszusetzen. Aber wenn man sich das Tier Hamster genauer anschaut und sich überlegt, wie man es dem Tier am angenehmsten macht, dann kommt man zum Schluss, dass das nur funktioniert, indem man die echte Natur zum Hamster bringt und nicht umgekehrt.
Ein Hamster ist immernoch ein nicht domestiziertes Wildtier - er baut keine innige Beziehung zum Menschen auf. Ist für Einzelgänger sowieso schwierig. Das heisst, er wird "die echte Natur" auf eigene Faust erkunden und nicht beim Menschen Schutz suchen.
Ausserdem sind die Tiere nicht umsonst dämmerungs- und nachtaktiv. Einen Hamster tagsüber zu wecken ist Stress für das Tier, schadet seiner Gesundheit und kann im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass er frühzeitig stirbt.
Hamster sind Beutetiere. Bei Gefahr versuchen sie sich in ihren Bau zu flüchten - blöderweise ist der nicht mehr erreichbar. Auch das ist Stress pur. Wenn sie dann noch Beutetiere wahrnehmen (Vögel in der Luft, Durftspuren am Boden), können sie auch in Panik geraten.
Wie soll ein Hamster diesen Ausflug "geniessen"? Und was genau soll er daran geniessen? Dass er in seiner Schlafphase aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wurde und ohne Schutz Raubtieren fast zum Frass vorgeworfen wird?
In der Natur verlassen sie ihren Bau, um Futter zu suchen und gelegentlich einen Paarungspartner zu finden. Als Lieblingsspeise verschiedenster Raubtiere verlassen sie den Bau nicht aus Spass an der Freude, sondern nur, wenn es nötig ist. Draussen finden sie aber (hoffentlich) weder Paarungspartner noch irgendwelche hochkalorischen Sämereien, für die es sich lohnt, den Stress auf sich zu nehmen. Die ganzen Krankheitserreger durch wilde Nager und andere Parasiten wurden ja auch schon erwähnt.
Statt Spass gibt es draussen nur Stress und Krankheitserreger.
Für Ratten gilt ähnliches. Sie können sich zwar an den Menschen gewöhnen und er kann ihnen eine minime Sicherheit geben - ein sicheres Versteck fehlt ihnen aber trotzdem, weshalb auch so viele Ratten panisch weglaufen, wenn sie nicht zu fast bewegungsunfähigen Schulterratten geworden sind (will gar nicht wissen, wie die Besitzer den Ratten beibringen, dass sie nur auf gefühlten 5 Quadratmilimetern leben dürfen ..). Bei Ratten kommt erschwerend hinzu, dass bereits normale Zimmerbeleuchtung die sensiblen Augen schädigen kann. In Laboren achten sie deshalb schon darauf, dass das Licht nicht zu hell ist. Sonnenlicht ist aber noch x.Mal stärker als künstliches Licht in Innenräumen. Würde mich nicht wundern, wenn Hamster ähnlich sensibel auf Licht reagieren. Da sie aber auch im Labor viel im Streu verbuddelt sind, muss man da aber womöglich weniger drauf achten.