Zitat@ Lorna: Im Gegensatz zu Katzen, wenn diese im selben Haushalt leben und vielleicht auch mal ein- und ausgehen, hast Du als Mensch noch den direkten Kontakt zu den Ratten, bist also eine viel größere Quelle an Parasiten und Bakterien.
Lass uns das ruhig mal etwas weiter vertiefen ... auch wenns am Rande ist; ich habe sozusagen darauf gewartet.
Ja, wofür bin ich als Mensch Quelle, Gefahr bzw. "wann" bin ich in eine Infektkette involviert ...!? ... doch quasi nur bzgl. bakterieller und viraler Keime. Diese "Belastung" will ich den Ratten keineswegs komplett ersparen. Ich möchte durchaus, dass sich auch unsere Rattis damit auseinandersetzen, nur weiß ich nicht, wie man das gut oder kontrolliert macht und welche Ratten welcher Altersklasse man mit welchen Keimen in welchen "Mengen" konfrontieren sollte. Im Zuge der Entwicklung von der Geburt bis ins Alter findet eine Auseinandersetzung mit vielen Keimen statt, ohne diese sich ein halbwegs gesundes Immunsystem nie entwickeln würde. Normalerweise erwirbt ein Organismus eine zeitlich begrenzte Resistenz gegenüber später kommenden Keimen und er baut auf vererbte.
Ich gehe davon aus, dass es wenig Bakterien und Viren gibt, die in Organen, Blut und Lymphen persistieren, die auf lange Zeit krankmachend sind und dadurch problematisch (epidemiologisch) für die Bestände sind.
Ich meine nicht die Keimflora, die auf den Hautoberflächen und in den Schleimhäuten der Menschen und Tiere aufhält und als physiologisch (gesund) eingestuft wird. Davor fürchte ich mich nicht.
Aber mit parasitisch lebenden Saug-, Haken-, Bandwürmern, Einzellern, Milben etc. geht der Wirtsorganismus doch anders um - genauer gesagt setzt er sich mit diesen Tierchen quasi nicht auseinander; er erkrankt und wird geschädigt langfristig. Auch auf viele dieser Parasiten hin werden Antikörper gebildet ... mehr oder weniger spezifisch, aber sie zeigen in solchen Fällen wirklich nichts weiter an als die Begegnung mit den "Tierchen". Ob das eine oder andere Peptid des Fremdproteins des Parasiten von dem Antikörper gebunden wird, kratzt den Parasiten doch nicht. Der ist chemisch schon viel zu diver, als dass er vor AK, AK-AG-Komplexen und Fresszellen Angst haben müsste.
Oder kann man deiner Meinung nach ein parasitäre Immunität erwerben?
Ich als Mensch - weil ich Mensch bin, vermag ich durch eine ganz simple Hygiene die Infektionskette für Parasiten und deren Entwicklungszyklus zu unterbrechen. Katzen, Ratten und andere Tiere vermögen das doch aber nicht.
Warum entwurmt man Hunde und Katzen denn regelmäßig und beinahe lebenslang? Doch nicht deshalb, weil sie nach der ersten Entwurmung parasitenfrei wurden. Sie bringen sie immer wieder mit .... mindestens die Wurmeier - nicht unbedingt von den ach so böse schlimm verkeimten Wildtieren sondern von ihren Artgenossen, weil diese nicht zu gleichen Zeiten wurmfrei waren. Katzen und Hunde bleiben damit in die Infektkette für parasitäre Infektionen doch eingebunden. Den Menschen muss das freilich nicht sooo stören, er leckt sich selber ja nicht von oben bis unten sauber, er leckt nicht die Straßen ab, wäscht Gemüse, Obst und die Hände. Aber unsere Ratten, die es nicht wissen, schlappern die von draußen eingeschleppten Parasiteneier frisch und frei von den Wohnungsböden, von den Utensilien, auf denen die regelmäßig rausgelassenen Hauskatzen gelegen haben.
Rowe,
ich hatte all die Jahre nun nicht nur diese, für manche extrem klingende Meinung. Ich habe mir auch schon selber eine andere Meinung zurechtgebastelt, mit der sich das Thema auch und anders angehen ließe, aber ...........
ZitatWürdest Du etwa auch nie Ratten aus einem Hundehaushalt aufnehmen?
Doch, und auch aus Katzenhaushalten würde ich Rättlein aufnehmen, gut unterbringen und sie gesund pflegen, wenns nötig ist. Aber es ist eben die uralte Frage, ob man es für möglichst viele Ratten mittelmäßig machen und so belassen sollte oder ob man es für seine Ratten, nachdem man sie und das Wohnumfeld für einen etwas längeren zeitraum parasitenfrei bekommen hat, wieder schlechter machen sollte.
Wir als die, die Notfellchen aufnehmen, sind quasi nur eine Senke. Wir geben den Rattis letztes Asyl, vor allen denen, die krank sind und auch verkeimt. Nachdem ich eine Gruppe neuer Ratten tierärztlich untersuchen lassen, behandelt habe und auch die üblichen akariziden Mittelchen verabreicht habe, möchte ich gerade diese Hammermittel diesen bereits behandelten Ratten in Zukunft doch ersparen und nur die neuen ggf. behandeln müssen. In einem Wohnumfeld, in dem Katzen von draußen und nach drinnen wechseln, bräuchte ich an Hygiene und an schonende Entwurmungsprogramme doch garnicht zu denken. Dort wo unsere Rättlein die Haushalte wechseln wo sie von Pflegestelle zu Pflegestelle, von Vermittler zu Vermittler, von Pflegestelle zu endgültigem Besitzer gehen, muss ich doch ein anderes Regime wollen, als sinnlos in den liebenlangen Tag hinein zu entwurmen.
Grüße