Hallo Chicco,
ich verstehe Dich gut und kann diese enge Bindung zu den Tieren total nachvollziehen. 
Wie Du das psychisch überwinden kannst, kann Dir niemand sagen. Wir kennen weder Dich noch Deine Tiere persönlich, können Dir nur mit Trost und Anteilnahme helfen sowie mit eigenen Erfahrungen, auf die Du vielleicht bauen kannst.
Mittlerweile habe ich 17 verstorbene Ratten - für manchen Rattenhalter klingt das nach viel, einige Notfallvermittler hingegen mussten schon mehr als das Zehnfache an Tieren unter die Erde bringen. Aus der jetzigen Sicht kann ich sagen: Die Beerdigungen waren nicht immer die selbe, sondern auch für mich eine Entwicklung. Man wächst mit der Zeit daran - das bedeutet nicht, dass es weniger traurig wird, aber man findet mit jedem Tod mehr seinen persönlichen Weg, um damit umzugehen.
Die meisten meiner Tiere habe ich so ähnlich beerdigt wie Du.
Ein einziges Mal habe ich eine Ratte nach dem Einschläfern nicht wieder mitgenommen, mein damaliger Freund war der festen Überzeugung, das sei alles Humbug, der tote Körper sei nur noch eine Hülle und darum müsse man kein Brimborium machen. Meine Güte, hat mir das im Nachhinein Leid getan, ich bereue es bis heute. (Habe Monate später dann ein Foto von ihr im Sarg begraben, um ihr so wenigstens eine Beerdigung zu geben - klingt vielleicht albern und hat ihr ja auch nicht mehr genutzt, aber hat mir geholfen.)
Und letztens musste ich auch eine Ratte beim TA lassen, dieses Mal war es leider wirklich nötig, weil sie obduziert werden musste. Aus Gründen des Seuchenschutzes gibt die Pathologie hier dann obduzierte Tiere nicht mehr zurück, leider.
Die anderen wurden immer in einem Karton als Sarg aufgebahrt, in ihre Lieblingshängematte oder ein Stück Fleecedecke eingewickelt, auf Streu und Zeitungsschnipsel (ihr Nistmaterial), mit schönen Blumen, Leckerchen und Trockenfutter "für den Weg" und einem Drops zwischen den Pfötchen.
Ich habe meine Tiere auch nie sofort beerdigt, sondern immer noch 2-3 Tage aufgebahrt stehen lassen, neben einer großen Kerze, die ununterbrochen gebrannt hat.
Früher habe ich so ähnlich gedacht wie einige hier: Einfrieren? Um Gottes Willen, wie makaber!
Doch dann kam ich notgedrungen vor 1,5 Jahren in die Situation. Ich hatte eine Ratte aufgenommen, die die letzte ihres Rudels war und deren Vorbesitzer sich keine neuen mehr anschaffen und der Kleinen noch einen schönen Lebensabend in einer Grupper ermöglichen wollten. Ich hatte der Familie hoch und heilig versprechen müssen, dass sie die Kleine nach ihrem Tod irgendwann aber zurückholen und bei sich im Garten beerdigen würden, wo auch die anderen Rudelmitglieder schon lagen.
Leider lebte das Näschen bei mir nur einige Monate und starb dann an Lungenversagen. Und ich konnte die Familie nicht erreichen. 1 Tag, 2 Tage, 3 Tage... und es war Spätsommer! So langsam fing die Kleine an zu riechen. DAS wollte ich ihr nun am allerwenigsten antun, auf meinem Küchentisch verrotten! Also packte ich sie - mitsamt Sarg - in eine Plastiktüte und schob sie in meiner Not ins Gefrierfach. Ich fand das total seltsam und irgendwie "falsch". Aber ich hatte es der Familie nun mal versprochen. Als ich die dann endlich erreichte (sie konnten nichts dafür), holten sie die Kleine ab und waren mir sehr dankbar für's "Aufbewahren".
Als ich das nächste Mal in eine ähnliche Lage geriet (Letztes Jahr Winter, alles zugefroren) fiel mir der Schritt schon etwas leichter.
Momentan haben wir 3 tote Ratten im Tiefkühlschrank. Das ist komisch für jemanden, der das nicht kennt, aber für uns fast schon normal. Es ist manchmal leider unumgänglich.
Sobald im Frühling der Boden wieder erweicht und die ersten Blümchen kommen, kriegen alle eine anständige und schöne Beerdigung, wie sie es verdient haben (allerdings auch ohne erneutes Auftauen... brrr!)
Was glaubst Du, wie man das mit Menschen macht/gemacht hat? Beerdigungen im Winter waren da noch schwerer (da größeres Loch nötig), leblose Körper wurden auch tiefgefroren und das Begräbnis aufs Frühjahr verschoben. (Weiß nicht, ob das heute noch so gehandhabt wird.)
Es gibt kein Patentrezept. Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst, würdevoll und in für Dich angemessener Weise Abschied zu nehmen.
Fühl Dich gedrückt...
Rowe