BoehseTante
Na ja, wenn es bei 10mm Plattenstärke gut hält, dann wird es halt zumindest doch Sperrholz sein.
MDF oder ähnliches Presszeug wäre bei der Plattenstärke schon längst kaputt.
Okay, gilt nicht ganz bei allen MDF Platten, denn wenn die melaminharzbeschichtet sind, dann wird das schon deutlich besser - Aber noch nicht gut.
OSB Platten sind MDF Platten vom Prinzip her ähnlich, allerdings sind die verwendeten Späne wesentlich grober. Die Erfinder davon versprachen sich wohl eine ähnliche Festigkeit wie bei Sperrholz. Dieses Ziel wird aber nicht erreicht. OSB Platten git es sogar in einer halbwegs witterungsbeständigen Ausführung und können in der Ausführung sogar zum Verkleiden von Außenwänden als Unterkonstruktion verwendet werden. Ihr Riesenvorteil ist halt, dass sie sehr günstig sind.
Ein Riesennachteil ist aber die recht grobe Oberflächenstruktur, die man schon massiv und teuer nachbehandeln muss, wenn man halbwegs glatte Flächen will.
Ganz egal für was man sich entscheidet, es gibt alle Platten in der unterschiedlichsten Qualität und Ausführung. Das wichtigste Kriterium ist, wie sie verleimt sind.
Es gibt Verleimungen, die auf gewöhnlichem Weißleim basieren und kaum wasserfest sind. Bei Sperrholz- und Multiplexplatten wäre ein Beispiel die Verleimung nach IF20.
Selbst eine nicht wasserfeste Verleimung kann ausreichen, wenn man sehr viel Sorgfalt auf die Lackierung legt.
Dabei kommt es nicht nur auf die Anzahl der Lackschichten an, sondern speziell auch wie robust der Lack gegenüber Chemikalien und mechanischen Beanspruchungen ist. Dass der Lack selbstverständlich der DIN EN 71-3 (für Kinderspielzeug geeignet) entsprechen muss, sollt klar sein. Mit Baumarktlacken wird man da meist nicht glücklich und der löst sich auf. Glücklicherweise ist es aber so, dass es auch echte Markenlacke mit allen nötigen Zertifikaten zu einem sehr annehmbaren Preis gibt. Vor allem hat man da keine ziellose Rumrennerei im Baumarkt, sondern kann die zuhause in Ruhe ganz nach den geforderten Kriterien aussuchen und bestellen.
Aber Sabberlack ist eh ein Thema für sich und dafür müsst man nen eigenen Thread aufmachen.
Wer's besser will, der nimmt halt von Anfang an gleich Hölzer, die nach IF 67 der (noch krasser) nach AW 100 verleimt sind.
Qualitätsangaben wie A, B, BB oder so sagen aber nichts über die Art der Verleimung aus. Das gibt lediglich an, von welcher Qualität die verwendeten Furniere sind.
- A ist natürlich die beste Qualität (d.h. völlig astfrei), aber halt auch die teuerste.Das braucht man aber im Maushausbau nicht.
- B darf bereits kleine Asteinschlüsse haben und reicht absolut um einwandfreie Oberflächen zu bekommen.
- BB hat bereits größere Asteinschlüsse und darf gekittet sein
- C lassen wir mal weg

Im Allgemeinen reicht B/BB absolut aus und ist auch die gebräuchlichste Art die verwendet wird.
Multiplexplatten unterscheiden sich von Sperrholz nur in der Anzahl der Furnierlagen. Okay, ist noch etwas stabiler als Sperrholz, aber der kleine Unterschied macht den Bock nicht fett und rechtfertigt im Maushausbau kaum den höheren Preis. Das müssten schon Spezialkonstruktionen sein, wo man das wirklich braucht.
Die Krönung sind natürlich die wirklich fast unkaputtbaren Siebdruckplatten. Und was ist drin? In Wirklichkeit ne wasserfest verleimte Multiplex-Platte, die zusätzlich noch kunstharzbeschichtet ist. Die Dinger kriegt man wirklich kaum noch kaputt.
Wo so viel Licht ist, da ist auch Schatten.
[*]Sie sind recht teuer
[*]Sie haben ne sehr unglückliche Farbe (so ein komisches Rotbraun)
[*]Man braucht sie nicht lackieren, kann es aber auch kaum. Auf dem Harz hält nix dauerhaft.
[/list]
Du kennst die Dinger wahrscheinlich, denn damit sind oft die Böden von Nutzanhängern verkleidet.
Tja und jetzt noch was ganz Unschönes. Wenn Du im Baumarkt einen nach Zertifikaten, Qualität oder so fragst, dann siehst Du gleich die Fragezeichen über ihren Köpfen aufblinken und erntest ein Achselzucken. Im schlimmsten Fall kommst Du aber an einen, der dir die Story vom Pferd erzählen will - Hab ich zu oft erlebt! Nur selten hat man das Glück, dass ein Mitarbeiter wirklich Tischler, Maler oder sowas ist oder wenigstens Ahnung hat.
Gerade beim Holz hab ich diese Erfahrung gemacht und war überrascht, wie kompetent und freundlich man beim Tischler/Schreiner behandelt wird. Und der Witz ist, dass die manchmal sogar günstiger sind als der Baumarkt.
Schön ist dort auch, dass die kein Theater machen, wenn Du nur mal ne schmale Rampe oder so willst. Beim Baumark kann da schon das losgehen, dass die meinen "Aus arbeitscchutzrechtlichen Gründen dürfen wir diese und jene Maße nicht unterschreiten und blah blah blah".
Wohl dem, der dann ne gute Säge sein eigen nennt, mit der man millmetergenaue gerade Schnitte hin bekommt - Hat aber nicht jeder.
Viele Grüße,
Uli