Hallo
Isa hat mir (glaubich
) diesen Thread empfohlen in der Hoffnung, dass ich da brauchbares für meinen Problemfall finde. So recht ist das aber leider nicht so. Aber immerhin die Hoffnung, dass es ein paar Leute hier gibt, die Tipps zu dem Thema geben sollen.
Ich hab hier ja eine Ratte gerade sitzen, der wir den Titel "3/4-Wilde" verliehen haben.
Wir wissens nicht 100%. Grund seht ihr da:

Penny ist wirklich Hundertpro eine Wildratte, wenn da nicht das doofe Weiß wäre!
Ihre Geschichte lief so, dass sie eines Tages, bereits ausgewachsen und schwerst unterkühlt in einem Keller (glaubich, oder Treppenhaus..) gefunden wurde. Der Finder konnte sie schön nehmen, kaum war sie wärmer geworden, hat sie ihn ordentlich zerbissen und landete schließlich im Tierheim.
Von da hat sie eine unser erfahrensten Rattenhalterinnen aufgenommen und sich sicher ein viertel Jahr lang extrem um sie bemüht. Aber sie war wirklich nur zu sehen, wenn man ihr (wie auf dem Foto) zwangsweise das Haus abdeckte, im besten Fall hat Penny die Flucht ergriffen, aber sehr häufig ging sie auch unvermittelt in den Angriff über und hat sich einfach nur verbissen. Nach ein paar Wochen - um endlich mal das Geschlecht festzustellen - musste sie einmal festgehalten werden, da hat sie sich in den Bauch verbissen! Es wurde sogar extra eine superfriedliche Rattendame für sie gesucht, um sie zu integrieren, aber der Versuch lief nach einiger Zeit der Schreckensstarre darauf hinaus, dass Penny je mit Anlauf aus der Badewanne gesprungen ist und die Ärmste durch das Badezimmer zu verfolgen (da wär ich gern dabei gewesen, wie sie auf der Wanne stand, kreischend, und unten die Penny nach ihr hüpft
).
Irgendwann hat sie es aufgegeben, mittlerweile lebt Penny seit fast nem Jahr sicher schon in Gefangenschaft, traurigerweise auch alleine, aber nach wie vor ist da nichts zu machen! Sie zeigt ihr Leben nur dadurch, dass morgens weniger Futter im Käfig ist und Kontrollen durch Öffnen vom Haus oder Tunnel sind nur mit dicken Handschuhen möglich.
Nachdem ich letztens ja nen extremst bissigen Bock hier gezähmt hab, dachte ich, ich kann ja dasselbe nochmal versuchen. Mehr als Scheitern geht ja nicht.
Aber die ersten drei Tage waren echt Horror, aus meinem Kranken-Zähmungs-Käfig hat sie sich gleich mal am ersten Tag einen schönen Ausgang rausgefressen, nach der Absicherung am nächsten Tag eben den zweiten gebaut und jetzt sitzt sie in ner schönen Voliere, die ihr zwar gefällt, aber mein Zähmungs-Latein ist damit schon so ziemlich am Ende.
Ich würde mir sehr hoffen, einer von euch hätte eine Idee, wie wir wenigstens an die ganze Sache herangehen können, wie unsere ersten Aufeinandertreffen aussehen können. Das ist nicht wie bei Farbratten, wo man den ganzen Tag davor sitzt, leise mit der Ratte redet und irgendwann kommt sie schon. Das wurde jetzt fast ein Jahr lang versucht und die gute Penny wäre lieber verhungert, als sich auch nur einen Millimeter zu rühren, solang ein Mensch in der Nähe ist.
Wenn man den Käfig aufmacht und ihr den Deckel vom Haus nimmt, flitzt sie Minutenlang in einem Affenzahn durch die Gegend und man kann nur schauen, dass man möglichst schnell die Hand aus ihrer Reichweite nimmt und die Tür zumacht. Würe sie es darauf anlegen könnte ich wohl kaum verhindern, dass sie abhaut, so schnell bin ich nicht...
Halbwild ist sie wohl nicht, man sagt ja, da können keine Hoodeds dabei sein. Aber wenn da die Verpaarungen weitergingen, soll es das schon einmal geben, in zweiter Generation scheint das möglich. Vom Verhalten ist da aber gar nichts anderes drin, auch wenn man ihr Gesicht anschaut hat sie irgendwie gar nichts von einer Farbratte. Die Augen sind anders, die Nase ist spitzer, das Fell ist ganz anders und sie verhält sich sowieso absolut wild.
Es tut uns allen sehr leid um sie. Das Ganze konnte keiner ahnen, wer tut das schon, wenn er eine Hooded aufnimmt? Vermutlich wäre es für SIE am besten gewesen, sie gar nicht erst einzufangen. Aussetzen wäre ja rein rechtlich schon nie in Frage gekommen. Und dass sie alleine leben muss ist wirklich traurig, aber bisher hat noch keiner eine Idee gefunden, wie man das machen kann, ohne sich selber in Gefahr zu bringen und ohne das Gefühl, die eigene Farbratte diesem Monster zum Fraß vorzuwerfen...
Irgendjemand Ideen, was wir machen könnten?
(sie ist btw wirklich nur bei mir, weil ich sie mir mal angucken wollte und checken, ob man sie mit "meinen Methoden" zähmen könnte; und in der Hoffnung, dass ein Tapetenwechsel vielleicht was bringen könnte - Latein also ist wirklich recht am Ende)
Liebe Grüße
Judith