Laborratten adoptieren?

  • Hallo!


    Ich habe vor einiger Zeit berichtet, dass ich in Zukunft Böckchen halten möchte und somit für zukünftige Ratten nach Kastraten suche, da ich derzeit Weibchen halte.

    Dabei bin ich auf eine Seite gestoßen, die ehemalige Laborratten (diese waren entweder nie im Tierversuch, oder wurden für angehende Tierärzte und Tierpfleger zur Blutabnahme genutzt) vermittelt.

    Die Böcke werden alle kastriert, um mögliche Züchtungen zu verhindern.

    Laut der Seite werden die Tiere auf Pflegestellen an ein normales Leben gewöhnt, ehe sie in ihr Zuhause einziehen und sollen dann problemlos zu "normalen" Farbratten integriert werden können.


    In den Forenregeln habe ich bei der Vermittlung folgendes gelesen:

    "2.1 Im Ratteneck ist es untersagt, absichtlich vermehrte oder gezüchtete Ratten, oder Laborratten zu vermitteln."


    Ist es doch keine gute Idee Laborratten zu adoptieren, oder hat die Regel einen anderen Grund und ich verstehe das falsch?

    Weshalb dürfen Laborratten hier nicht vermittelt werden?

    Und was haltet ihr allgemein zum Thema Laborratten adoptieren?


    Vielen Dank schon mal!

    2 Mal editiert, zuletzt von Anonymiss () aus folgendem Grund: Nach interner Rücksprache Link wieder zur Verfügung gestellt.

  • Huhu,


    Laborratten werden hier in Deutschland auch immer mal wieder von Nothilfen vermittelt und ich sehe keinen ethischen Grund, sie dann nicht aufzunehmen.

    Wenn man die Tiere von einer Nothilfe aufnimmt, profitiert ja niemand mehr davon und es werden dadurch nicht neue Tiere produziert, um mehr Gewinn zu machen, wie bei einem Vermehrer.


    Oder sehe ich da was falsch?


    Liebe Grüße

  • Hi,


    die Labore machen mit den Rattenleben durchaus Profit (wenn auch nicht bei Abgabe) und genau wie Vermehrern handelt es sich um ein Fass ohne Boden. Das ist der Hintergrundgedanke. Ich verstehe jedoch was ihr meint.

    Wir besprechen das Thema gerade intern.


    Viele Grüße

    ~ Ano

    Nicht verloren, nur vorausgegangen

    Rosa Ratte, Marlo, Quinn, Eric, Cosinus, Tangens, Sinus, Elektron, Neutron, Proton, Watt, Volt, Ohm, Lumen


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    Candela, Ampere

  • Hallo ihr Lieben,


    nach internen Austausch haben wir uns dazu entschieden die Vermittlung von Laborratten zuzulassen. Dies wird jedoch vorerst begrenzt bis Ende des Jahres, da wir die Entwicklung beobachten und ggf. unsere Entscheidung überdenken möchten.


    Die Forenregeln werden dazu zeitnah angepasst.


    Viele Grüße und einen schönen Restsonntag

    ~ Ano

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    Candela, Ampere

  • Danke für den Aufwand bezüglich dem Thema!


    Mich würde noch folgendes interessieren:

    die Labore machen mit den Rattenleben durchaus Profit

    Inwiefern machen die Labore Profit damit? Ich kann mir nichts darunter vorstellen, weshalb mich die Antwort sehr interessieren würde!

  • Und wenn es um die Tiere geht, die nie im Tierversuch waren und nur aufgrund von Überschuss vermittelt werden? Gilt da dasselbe Prinzip, obwohl die Tiere nicht im Versuch waren?

  • Ich würde sagen: Diese Tiere wurden für das Labor gezüchtet, für den Zweck, einmal in einem Versuch verwendet zu werden. Vielleicht war es nur Glück, daß sie nicht im Versuch verwendet wurden.


    Also ich persönlich hab keine Vorbehalte gegen Laborratten. Sie sollen ja umgänglich sein und meistens schon zahm (was ich so im Internet gelesen habe) und ich würde jetzt für mich persönlich nicht sehen, daß etwas dagegen spräche, sie zu halten.

  • Hallo


    In Österreich, insbesondere in Wien, gibt es extrem viele Notfallratten, nachdem da ein Großnotfall gelandet ist quellt es wirklich über.

    Der Grund, warum man sich keine Laborratten bei so einem Verein bestellen sollte ist, dass man genauso gut einem Tierheimtier ein Zuhause geben kann und so das Tierheim unterstützen, den Tieren da helfen und deren Tierschutzarbeit weiter möglich macht.

    Das tut man nicht, wenn man sie sich irgendwo aus der Massenproduktion bestellt. Dann kann man in meinen Augen auch den Zuchtüberschuss bei Futtertierzüchtern kostenlos abnehmen, ist moralisch nichts anderes.


    Es gab schon Notfälle, wo ein Labor geschlossen wurde und die übrigen Tiere vermitteln. Okay, das ist ja vom Prinzip nichts anderes wie ne Zuchtauflösung. Auch grenzwertig, aber die Vermehrerei hat dann wenigstens ein Ende.


    Tierschutz sollte halt nachhaltig sein, und solange regelmäßig aus aktiven Zuchten Tieren übernommen werden, reduziert das kein Problem und verursacht nur noch größere Enge in den ohnehin teils dramatischen Vermittlungssituationen der Tiere in den Tierheimen und co.


    Klar ist es jedem selbst überlassen, wie anspruchsvoll er hinsichtlich der eigenen Vorstellungen von Tierschutz ist. Wenn es nur drum geht, Ratten in möglichst großen Zahlen irgendwoher zu retten und man sich mit dem ganzen Drama drum herum nicht beschäftigen will, ist das legitim und jedem selbst überlassen. Die Grenzbereiche sind da ja nicht so klar abzugrenzen. Das Forum war eins der wenigen Bereiche, wo man hier klare Grenzen gezogen hat, das ist nun ledier vorbei.


    Trotzdem: Schau mal in den Tierheimen in Österreich, da ist viel los, es gibt auch Notfallvermittler, die da sehr aktiv sind und dir sicher helfen können.


    Liebe Grüße

    Judith

    Schweini+Max+Tablette / Hedwig / Cookie+Relax+Tippi+Toppi+Brezel+Amy / Fritzi+Michel / Super-Opa, Kämpfer-Oma Pingu+Nichte (Pflegis) :* Es lebe die Integration!

    *** :bufly: Jag vill känna att jag lever Veta att jag räcker till :bufly: ***

  • Es wurde ja an such schon gesagt...

    Die Ratten werden gezüchtet. Das ist das Problem an der Thematik. Auch wenn die Intention eine andere ist als beim Züchter ist es eben doch Vermehrung. Das ist der Grund warum es als Fass ohne Boden bezeichnet wurde. Genau wie beim Züchter: Egal wieviele du aufnimmst und "rettest"... es kommen immer mehr. Das Problem behebt sich also nicht indem man den Laboren die Abgabe erleichtert. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden, nämlich Labortests an Ratten und Mäusen (und andere Tiere). Sogesehen gibt es also durchaus dieselben Probleme aus Tierschutzsicht bei der Aufnahme von Laborratten wie beim Züchter, sodass das Verbot hier zu vermitteln durchaus nachvollziehbar ist. Allerdings ist die Intention eines Labores doch eine andere als die eines Züchter und deshalb haben wir uns dazu entschieden einen Testlauf zu starten und die Vermittlung vorerst zeitlich begrenzt zuzulassen.


    Und natürlich machen die Unternehmen, die diese Tests durchführen lassen an ihren Produkten, aber damit auch indirekt an den Tests Profit. Und die Labore testen auch nicht umsonst. Sogesehen machen sogar mehr als nur eine Instanz Profit auf dem Rücken der Ratten.


    VG

    ~ Ano mit Sonnenbrand

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    Candela, Ampere

  • Mir persönlich war auch überhaupt nicht bewußt, daß man Laborratten aus der Zucht kaufen kann. Ich hatte gedacht, daß das immer Tiere sind, die nach beendeten Versuchen abgegeben werden. Da hätte ich jetzt persönlich keine Vorbehalte, denn diese Tiere wollen möglichst auch noch ein schönes Leben und nicht vom Labor "entsorgt" werden.

  • Ich hatte gedacht, daß das immer Tiere sind, die nach beendeten Versuchen abgegeben werden.

    Die meisten Versuche enden mit der Obduktion der Tiere. Einzig in der Verhaltensforschung kommen selten mal Tiere nach dem Versuch aus dem Labor raus. Aber auch da wird häufig noch obduziert und nach Unterschieden gesucht.


    Die meisten Tiere, die Labore ins Rehoming schicken, sind entweder Überschuss (falsches Geschlecht, Versuch abgesagt, ...) oder aus Ausbildungskursen. Da lernen dann Studenten und Laboranten den Umgang mit den Tieren, damit sie später Tierversuche durchführen können. Das Schlimmste, was den Tiere passiert, sind Narkosen, Injektionen von Kochsalzlösung, Sondenfütterung und Blutabnehmen. Aber das ist nichts im Vergleich zu den Toxizitäts- und Medikamententests. An deren Ende steht immer der Tod und die Obduktion.


    Ein grosser Unterschied zu Züchtern ist aber der Aufwand. Für ein Labor ist es deutlich einfacher, die Tiere zu euthanasieren und dann zu entsorgen. Rehoming ist mit viel Aufwand verbunden. Es dürfen nur ganz bestimmte Tiere raus. Und dann müssen die auch parat sein, wenn sie geholt werden.

    Ganz anders übrigens bei der Abgabe der euthanasierten Tiere (CO2) als Futtertiere für Zoos, Wildparks o.ä. Die meisten Unis lagern die toten Nager eh in Gefriertruhen. Dann werden die für die Abgabe halt in einem separaten Behälter gesammelt, bis da mal jemand die abholt.

    Den Mehraufwand machen nur Labore, in denen Menschen mit einem gewissen Mass an Empathie arbeiten. Und ich persönlich finde, dass man diese Empathie nähren sollte. Sie kommt den Tieren im Versuch zugute. Und wenn sie wächst, dann hinterfragt vielleicht der ein oder andere sein Handeln. Je mehr das tun, desto eher können wir vom System Tierversuch wegkommen, auch wenn das ein langer Weg ist, auf den allein man nicht nur setzen sollte.

    Liebe Grüsse von Niniel und ihren Langschwanzflauschnasen jenseits der Regenbogenbrücke
    «Der größte Feind des Heimtiers ist der unwissende Besitzer.» Silvia Blahak

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