Abschied nehmen - wie macht ihr das?

  • Hi ihr Lieben,

    meine erste richtig traurige Zeit ist gekommen, da meine Evi (die erste meiner Rattinnen, die viel mit mir abgehangen ist) einen inoperablen und großen Tumor am Darm hat und sichtlich und schnell abbaut. Eine Einschläferung wird bald nötig sein, wenn sie nicht mehr kann... Tierärztin sagt, sie wird sonst nicht "von selbst" sterben aber lange leiden. Ich hab so viele Fragen und vielleicht könnt ihr eure Erfahrungen mit mir teilen.

    Wie nehmt ihr Abschied? Gebt ihr den Körper nochmal zum Rudel? Kann man auch als Hausbesuch einschläfern?

    Und wie managed ihr das dann mit den sterblichen Überresten? Ich hab leider keinen Garten. Ich könnte sie 2h entfernt im Garten meiner Eltern begraben, finde die Vorstellung mit ihr in ner Kühlbox so lange herumzufahren aber komisch. Und mal ans Grab gehen können wäre irgendwie schön.

    Habt ihr schöne Ideen für Erinnerungsstücke?

    Ich hatte geträumt, ich würde sie einäschern und zu nem schönen Stein pressen lassen - da wusste ich noch nicht wie absurd teuer das wäre. Nur einäschern plus schönes Ürnchen sind auch über 300€.

    Naja ihr seht schon, grad bin ich noch sehr verwirrt. Deshalb freu ich mich um so mehr, wenn ihr mir eure Erfahrungen erzählt und ich mir vielleicht was schönes herauspicken kann ❤️

  • Hallo Nico,

    tut mir leid, dass Du bald diesen schweren Gang vor Dir hast.

    Wie war es bei mir?

    Ich habe die letzte Zeit so schön wie möglich für die Ratte gestaltet, durfte z. B. auch was essen was es sonst nicht gegeben hätte

    Mein TA hat Hausbesuche gemacht, da konnte ich den Stress der "letzten Fahrt" ersparen

    Hab dann das Rudel Abschied nehmen lassen

    Dann Einäscherung und letzte Ruhe in einer selbst gemachten Urne auf die ich Fotos vom Rudel geklebt habe. Pro Rudel gibt es eine Urne. Erinnerung war z.B. ein kleines Büschel Haare in einer kleinen Gasflasche an die Urne gehängt

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende schwere Zeit!

    Liebe Grüße

    Melanie

  • Also zum Thema einäschern dies haben wir mit drei unserer Ratten gemacht und dass bei uns ohne Urne 150Euro gekostet. Mit Urne über 300. Für Megumi und Obito wollen wir eine große Urne irgendwo holen wenn die letzten zwei Brüder auch nicht mehr da sind. Sonst sind vier unserer Ratten im Garten meiner Schwiegereltern.

    Zum Thema einschläfern als wir letztes Jahr unseren Ersten Verlust hatten (Minato) mussten wir ihn auch gehen lassen. Damals waren seine zwei brüder auch dabei damit sie abschied nehmen können und alle drei wussten glaube was passiert (wirkte so). Bei anderen haben wir immer min. 1 Ratte mitgenommen damit sie nicht alleine ihre Reise antreten muss und haben dann den Körper in den Käfig gelegt zum verabschieden.

    Erinnerungsstücke habe ich auch Fell abschneiden können und in ein Glas getan. Wir haben auch Fotos hängen.

    Wünsche dir ganz viel Kraft

  • Wenn noch ein Rudel da ist, dann lege ich das verstorbene Tier unter Aufsicht tatsächlich noch einmal in dem Auslauf. Viele Ratten nutzten die Gelegenheit, sich zu verabschieden, aber auch da ist jedes Tier anders.

    Aktuell habe ich nur 2 sehr alte (fast 3!) Rattendamen, Finja mit Atemgeräuschen und Carla mit 3 Tumoren. Hier ist es definitiv in den kommenden Tagen soweit und damit hier keine alleine zurück bleibt,werde ich sie gemeinsam gehen lassen. Sie bekommen zur Zeit auch soviele leckerlies wie sie wollen. Ratten, die körperliche Nähe suchen, trage ich in dieser Phase auch mit mir herum, ich habe auch schon sterbende Ratten über Nacht bei mir im Bett gehabt. Finja und Carla sind extrem scheu (sind Halbwilde aufgewachsen im Tierheim) und suchen nicht so sehr nach Körperkontakt. Auch das ist okay.

    Ich habe das Glück, einen Garten zu haben und sie dort bestatten zu können. Grabgestaltung mache ich aber nicht. Auf der Fläche, wo mittlerweile die meisten Ratten bestattet sind, steht ein großer Topf mit einem Tränenden Herz (meine Lieblingspflanze), das ist alles. Ich brauche aber nach dem Tod des Tieres mindestens 2 Stunden, bis ich es beerdigen kann. Solange trage ich es meist noch mit mir rum, dazu gehört auch, nochmal eine Art Brief an das Tier zu schreiben. Es gibt ja hier im Forum auch den Bereich Regenbogenbrücke, da schreiben ja auch viele über ihre verstorbenen Tiere. Dieses Schreiben ist dann das eigentliche Abschied nehmen. Wenn das passiert ist, dann kann ich die Ratten beerdigen.

    Dir ganz viel Kraft!

  • Hey,

    Wenn man lange Ratten hält, lernt man irgendwie damit umzugehen, auch wenn bei mir jedes Mal wieder die Tränen fließen und die Entscheidung zur Rinschläferung mich fertigmacht, da ich meistens grübel, wann es wirklich so weit ist. Es gibt natürlich auch immer wieder ein Tier, zu dem eine ganz besondere Bindung besteht. Das ist leider sehr heftig.:( Das Einzige, was mich da noch irgendwie tröstet, ist, dass wieder Platz für ein oder mehrere Notfallratten bei mir ist. Dann hat der Tod wenigstens einen "Sinn".

    Ansonsten sind Rituale die Regenbogenbrücke hier im Forum, bestimmte Lieder, die ich höre, eigentlich das Ausdrucken von Fotos, von denen ich 1 aufhänge (da hinke ich etwas hinterher im Moment). IdR begrabe ich sie im Garten meiner Eltern. So viel Geld für Urnen oder so möchte ich nicht ausgeben. Lieber gebe ich dann Geld für andere Notfälle aus. (Einen, der nicht bei meinen Eltern liegt, habe ich anonym unter Bäumen bestatten lassen, hat 50 Euro gekostet und eine schöne Urkunde gab es noch dazu). Es würde auch komisch aussehen, wenn ich ein Zimmer extra für Urnen meiner Ratten hätte. (Mittlerweile dürften es 28 verstorbene Ratten sein, davon 2 sehr kurz gekannt plus 6 Degus.)

    Zum Einschläfern war ich bisher immer beim Tierarzt vor Ort oder in der Klinik. Einer ist an Altesschwäche gestorben. 3 hatten Herzinfarkte / Lungenembolien oÄ.. Die Mehrhei wurde also eingeschläfert. Sie gehen immer in Begleitung zu ihrem letzten Gang u zuhause zeige ich sie kurz dem Rudel. Wenn sie steif werden, lege ich sie eingepackt für 1 oder manchmal ein paar Tage ins Gefrierfach, es sei denn, sie sterben so, dass ich sie umgehend bei meinen Eltern beerdigen kann. Grabsteine gibt es dort nicht, wäre zu viel. Für mich sind auch die Erinnerungen im Kopf sowie die Bilder wichtiger. Der tote Körper ist nur eine Hülle, in meiner Erinnerung existieren sie alle noch) mit Namen, Aussehen, Eigenheiten etc.

    Alles Gute für dich!

  • Danke für die lieben Worte und Idee!
    Am Sonntag musste ich sie gehen lassen. Sie konnte keine Malzpaste mehr lecken, ohne nach jedem Schlecker 15min leise pfeifend durchzuschnaufen und lag dann knuspernd und völlig erschöpft auf meiner Hand... 😭
    Die Klinik hat mit mir nachdem sie eingeschlafen war einen sehr süßen Pfotenabdruck gemacht, den finde ich sehr schön als Erinnerungsstück ❤

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